Ess-Klasse im Oktober: Café Reitschule
Mit dem Café Reitschule verbindet wohl nahezu jeder Münchner eine Geschichte. Vielleicht einen gemütlichen Brunch mit Blick auf die Pferde, vielleicht eine wilde Studentenparty, eine schöne Hochzeit oder fliegende Servietten beim Griechen ein Stockwerk tiefer. Es ist eine dieser Institutionen, die "irgendwie schon immer" zur Stadt gehören.
Aus einem ehemaligen Bärenzwinger des ersten Münchner Tierparks wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Reithalle, die die LMU zur "Universitäts Reitschule München" erkor. Turniere brachten Zuschauer, und die Zuschauer brachten Hunger und Durst mit. So gehörte bald auch eine Gastronomie dazu, und wegen der Nähe zur Uni wurde die Reitschule zur beliebten Partylocation der Studenten.
Seit 1995 führen die bekannten Gastronomen Uli Springer, Matthias Scheffel und Klaus Pfeiffer das Haus. Das englische Frühstück blieb auf der Brunchkarte, Acai Bowls kamen dazu. Vor drei Jahren zogen die Pferde aus, heute wird in der Halle Pickleball gespielt. Langweilig wird es hier nie: In einem Saal feiert eine Hochzeitsgesellschaft, nebenan ein Geburtstag, dort sitzt ein romantisches Date. Über 100 Angestellte halten den Laden am Laufen.
Aperitif
Dieser alkoholreduzierte Le Contesse Sparkling aus dem Veneto ist – gerade nach der Wiesn – mit seinen Noten von grünem Apfel und feiner Perlage eine leichtfüßige Wohltat und leitet sanft über zum ersten Gang.
Erster Gang: Lachsforellenfilet: Marinierte Lachsforelle, Zitronenpfeffer, Erbsen-Minz-Pürée, Schmortomate, Currydip
Farbenfroh verziert mit ihrem Currydip schmiegt sich die Forelle ans grüne Pürée, der Zitronenpfeffer und die Minze bringen Frische ins Gericht, die Schmortomate bettet sich elegant ins Grün. Der Colombard & Sauvignon, Jahrgang 2025, vom Weingut Guillaman gibt dem Gang noch mal einen Kick. Frisch und fruchtig weiß er mit einem Hauch von frisch gemähter Wiese und Holunderbusch zu überzeugen.

Zweiter Gang: Kürbiscrèmesuppe
Die Kürbissuppe gehört zum Herbst wie die Wiesn zu München. Gar nicht so leicht, einen ungewöhnlichen, aber toll funktionierenden Kniff reinzubringen, aber hier ist es gelungen. Süss-saure Noten und knackige Kürbisstückchen machen das Süppchen zu etwas Besonderem. Im Glas die Überraschung: Ein Gelber Muskateller gibt die passende Begleitung? Ja, dieser sehr aromatische Wein aus dem Hause Hauck in Rheinhessen, Jahrgang 2025, passt mit seinen Pfirsichnoten ganz hervorragend zum Kürbis.

Dritter Gang: Risotto mit frischen Waldpilzen
Ein perfekt gekochtes Risotto ist einerseits schlonzig, andererseits bringen die Reiskörner noch genug Biss mit. Dieses hier ist ein mit Können zubereiteter Genuss. Die frischen Waldpilze werden ergänzt durch eine Basilikumessenz, die nicht nur eine weitere Geschmackskomponente, sondern auch eine tolle Farbe auf den Teller bringt. Dazu kommt der Grauburgunder Reserve "Organic Selection", Jahrgang 2025, von der Weinmanufaktur Frey in Rheinhessen. Noten von reifer Birne und gerösteten Haselnüssen bringt er mit ins Spiel, dazu eine feste Struktur, feinen Schmelz und einen würzigen Abgang.

Vierter Gang: Rosa Kalbsrücken mit Kaffeesalz, Blumenkohlpürée und Rotweinzwiebeln
Ein herbstliches Wohlfühlgericht, ein gekonnt zubereiteter Kalbsrücken mit cremigen Pürée, die Rotweinzwiebeln bringen noch eine süßliche Komponente hinein. Dazu passt der "Campo di Marte" Rosso Piceno Superiore vom Weingut Tenuta De Angelis, Jahrgang 2023, der nach dunklen Beeren, Waldboden und einem Hauch Zimt duftet und mit sanft geschliffenen Tanninen ein wunderbarer Begleiter für den Kalbsrücken ist.

Fünfter Gang: Schokotrilogie mit Vanillekirschen und Eis vom belgischen Naturjoghurt
Die fein geschichteten Schokoladenschnitten sind ein vollkommener Genuss, die von ihren fruchtigen und kühlen Beigaben hervorragend ergänzt werden. Da fehlt nur noch die Spätlese Rosé vom Weingut Tschida am Neusiedlersee, Jahrgang 2025, um das Dessert-Glück zu vollenden.

Wir wünschen einen guten Appetit!
Ess-Klasse im Café Reitschule, Königinstraße 34, 5. Oktober bis 30. Oktober, Reservierung über Open Table oder telefonisch unter 089/38 88 76-0, Montag bis Samstag von 18 bis 20 Uhr möglich.
