Bufet: Frisch und fair trinken mit Florian
Ohne mit der Wimper zu zucken, wollte ein Gast bei Florian Schönhofer 48 Euro statt 4,80 Euro zahlen: "Der sieht, dass es im Café Kosmos voll ist und denkt, dass drei Getränke in so einem Laden eben 48 Euro kosten", sagt Schönhofer. Über die Preise im Kosmos wundert sich wohl jeder, der zum ersten Mal ins 50er-Jahre-Wohnzimmer kommt.
Jetzt wird weitergewundert: Direkt nebenan hat still ein Lokal mit ähnlichen Preisen eröffnet. Florian Schönhofer (42) betreibt es mit Jugendfreund Filip Cerny (41).
Früher war hier Holy Burger, jetzt ist’s Deutschlands erste Frischbier-Bar Bufet. Das Besondere ist die Schanktechnik: Das Helle ist nicht-pasteurisiert und wird in Tanks unter der Theke ähnlich wie in der Brauerei Maxlrain gelagert. Gefördert wird es nicht mit Kohlensäure oder einer Pumpe. "Die Schanktechnik wurde mit der Zeit vereinfacht und wir haben sie verkompliziert", sagt Schönhofer. Er erklärt’s mit Colatrinken: "In der 0,2 Liter Glasflasche und 1,5 Liter PET-Flasche ist dieselbe Cola und schmeckt trotzdem anders."
2,80 Euro kostet das frische Helle. Er erklärt, wie der Preis zustande kommt: "Der Gedanke bei meinen Lokalen ist, dass die Leute für den Abend einen Zwanni in der Tasche haben, den sie ausgeben können. Bei mir bekommen sie mehr dafür." So kann er wiederum günstigen Preise anbieten. "Im Kosmos haben wir sensationelle Absatzzahlen", sagt er. Schönhofer hat Fotograf gelernt, in der Werbung und am Theater gearbeitet.

Die Uhren ohne Zeiger sind eine zwanzig Jahre alte Fehlproduktion aus Prag. Jetzt dienen sie im Bufet als Lampen und Speisekarten.
"Da saßen die Regieassistenten nach Feierabend mit ihrem lauwarmen Hellen auf dem Hof. Weil sich der Normalverdiener Ausgehen kaum leisten kann", spricht’s und wedelt mit der Rindswurst (4,20 Euro) mit frischem Meerrettich und selbstgemachtem Senf.
Seit 16 Jahren macht er nur Gastro, seit zehn betreibt er das Kosmos. "Ich kann nicht am Schreibtisch am Projekt xy arbeiten, das nach zwei Monaten eingestampft wird. Hinter der Theke fragen Gäste nach dem Preis, ich gebe ihnen das Getränk und kriege es leer zurück. Eine greifbare Tätigkeit."
Im Volkstheater hatte er mal die Gastronomie übernommen. "Aber da konnten wir keine guten Preise machen, weil die Pacht so hoch war." Das ist im Bufet anders. Der Vermieter hatte gefragt, ob er den Laden wolle, Kumpel Filip holte er ins Boot. "Ich stehe im Kosmos und gebe Drinks raus. Filip macht das Bufet nebenan. Wir haben keinen Bock auf gesichtslose Gastro mit teuren Preisen."
Bufet, Dachauer Straße 7a, täglich 17.30 bis 2 Uhr
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