München bekommt ein neues Landschaftsschutzgebiet

Kiebitz, Feldlerche und 400 Pflanzenarten sind im Nordosten der Stadt zu Hause. Bald bekommt der Moosgrund offiziell einen Schutzstatus. Bebaut darf das Gebiet dann nicht mehr werden.
von  Christina Hertel
Der Moosgrund wird geschützt. Hervorgegangen ist diese weitläufige Landschaft aus einem Niedermoor, durch das seit mehr als 100 Jahren etwa mittig ein künstlich angelegter Fluss, der Hüllgraben, fließt.
Der Moosgrund wird geschützt. Hervorgegangen ist diese weitläufige Landschaft aus einem Niedermoor, durch das seit mehr als 100 Jahren etwa mittig ein künstlich angelegter Fluss, der Hüllgraben, fließt. © Sophie Anfang/ Grüne

Bogenhausen - München ist ein Dorf, heißt es oft. Im Nordosten der Stadt stimmt dieser Satz. Dort ist es grün, es gibt Äcker und Felder. Das Rathaus plant östlich der Stadtteile Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen schon lange ein neues Stadtgebiet für 30.000 Menschen. Doch nicht alles soll zugepflastert werden. Wie die Rathaus-Grünen nun mitteilen, wird der Stadtrat nach der Sommerpause beschließen, dass München im Nordosten ein neues Landschaftsschutzgebiet bekommen soll. Der Moosgrund, wie das Gebiet heißt, soll langfristig nicht bebaut werden, sondern grün bleiben.

Radeln und flanieren - das bleibt trotzdem möglich

Das Gebiet ist 362 Hektar groß, liegt in Johanneskirchen und grenzt an die Gemeinden Unterföhring und Aschheim. Noch heute wird auf Teilen der Fläche Landwirtschaft betrieben - und das wird laut den Grünen auch so bleiben, wenn der Moosgrund offiziell als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist.

Es soll auch weiter möglich sein, hier zu flanieren oder zu radeln. "Diese Freizeitfunktion und dieser Freiraum sind besonders wichtig, weil in direkter Nachbarschaft auf dem Gebiet der SEM Nordost ab den 2030er Jahren ein neues Stadtquartier entstehen soll", schreiben die Grünen außerdem.

"In einer dichter werdenden Stadt ist es besonders wichtig, bestehende ökologisch wertvolle Freiflächen zu schützen", findet Mona Fuchs, die Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat. Zudem werde hier der Lebensraum für Tiere und Pflanzen gesichert: Über 400 Pflanzenarten seien hier nachgewiesen worden. Auch weltweit bedrohte Vogelarten wie der Kiebitz oder die als gefährdet eingestufte Feldlerche finden Brutplätze. Der Bestand solcher Feldvögel sei in München in den vergangenen Jahren um 80 bis 90 Prozent geschrumpft.

"Davon profitieren Generationen von Münchnern"

Und deshalb freut sich auch Heinz Sedlmeier, der Geschäftsführer des Landesbund für Vogel- und Naturschutz in München. Er ist sich sicher: "Dass diese Landschaft nun dauerhaft geschützt und für die Zukunft bewahrt wird, davon werden noch mehrere Generationen von Münchnerinnen und Münchnern profitieren."

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