Christopher Street Day: Deutsche Eiche legt sich mit den Mullahs an
MÜNCHEN - Letztes Jahr ging die Deutsche Eiche mit ihrem CSD-Wagen auf den Papst los. Heuer, also am kommenden Wochenende, nehmen die Gastronomen den Mullahs aufs Korn - wegen der Todesstrafe für Schwule in mehreren islamischen Ländern.
Auf dem Christopher Street Day am Samstag wird der Wagen der Gaststätte, die ein Treffpunkt der schwul-lesbischen Szene in München ist, schwulenfeindliche islamische Staaten kritisieren. Und auch wieder den Papst – obwohl dies in der Vergangenheit schon öfter zu Streit mit der bayerischen Polizei und Justiz geführt hat. Beispielsweise beschäftigt ihr „Papamobil“ aus dem Jahr 2006 noch immer die Gerichte.
Auf dem Wagen wird eine dreiköpfige, rosarote Hydra liegen – einen der Köpfe soll das Konterfei des Papstes zieren. Außerdem wird das Bild einer Hinrichtungsszene aus dem Jahr 2005 zu sehen sein, bei der zwei Schwule hingerichtet worden sind. Daneben werden Länder aufgelistet, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht: Iran, Saudi-Arabien, Sudan, Nigeria und Jemen. Ein weiteres Schild wird fordern: „Todesstrafe für Schwule – weg damit!“
„Wir wollen zeigen, dass es uns wurscht ist, ob wir von der katholischen Kirche oder dem Islam diskriminiert werden“, sagt Deutsche Eiche-Wirt Dietmar Holzapfel. „Dass Menschen bestraft oder benachteiligt werden, nur weil sie schwul sind, ist ein Skandal!“ Zwar hätten einige Mitarbeiter der „Deutschen Eiche“ Angst vor Übergriffen. Doch Holzapfel sieht es als „Pflicht einer politischen Veranstaltung wie dem CSD an, unmenschliche Staaten anzuprangern“.
Roland Müller