Bombenalarm am Hauptbahnhof
MÜNCHEN - Montagfrüh schlägt ein Sprengstoffhund an, der Ausgang Arnulfstraße wird verriegelt – nach über einer Stunde erst die Gewissheit: Fehlalarm.
Durch den graubraunen Schneematsch wollen dutzende Reisende zu den Gleisen, ein Mann fragt: „Wo geht's denn jetzt in den Hauptbahnhof?“, eine Mittfünfzigerin ist ratlos: „Wir wollen zum Skifahren, wo müssen wir hin?“ Geduldig beantworten die Polizisten vor den heruntergelassenen Rollgittern die Fragen: „Hier rechts, dann um die Ecke zum Haupteingang.“ Um 9.25 Uhr wurde am Montag der Eingang an der Arnulfstraße abgeriegelt, Berti Habelt von der Bundespolizei sagt: „Eine Streife war in der Früh mit einem Sprengstoffhund an den Schließfächern unterwegs. Der Hund hat angeschlagen.“
Ein Sprengstoffexperte der Polizei geht in spezieller Schutzkleidung durch die Gänge zwischen den Schließfächern und checkt ganz vorsichtig, ob es sich um explosive Stoffe handelt, auf die der Hund reagiert hat. Draußen müssen hunderte Reisende mit ihren Trolleys durch den Schneematsch rund um den Hauptbahnhof marschieren, einer schimpft: „Das ist aber weit hier!“. Um 10.46 Uhr schließlich die Entwarnung, die Sperre kann aufgehoben werden. Spezialisten der Polizei haben das Schließfach gefunden und augenscheinlich nichts Besonderes gefunden. Tüten, Socken, eine Jeans, ein Schlafsack.
Doch der Hund hat nicht falschen Alarm gegeben, er hat tatsächlich auf eine verdächtige Substanz reagiert. Auf welche, möchte die Polizei allerdings nicht sagen. Sondern nur so viel: „Fehlalarm“.
Zehn Beamte der Bundespolizei waren im Einsatz, sechs von der Landespolizei. Das ist wenig im Vergleich zu den weiträumigen Absperrungsmaßnahmen zur Wiesn 2009. Weil es Terrordrohungen gegeben hatte, wurden Reisende und Gepäck verstärkt kontrolliert, die Eingänge zum Bahnhof waren stellenweise gesperrt.
Mit erhöhter Sensibilität ist auch für die Jubiläumswiesn 2010 zu rechnen. Damals waren die Schließfächer am Bahnhof gegen Ende der Festzeit nicht mehr benutzbar. Momentan soll sich dort nichts ändern – vielleicht werden sie diesmal doch um einiges früher verriegelt.
Katharina Rieger
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