Betrüger zocken Münchner Seniorin ab: 80-Jährige verliert Zehntausende Euro

Die Münchner Polizei warnt vor dem Enkeltrick und der Betrugsmasche "falsche Polizisten".
Eva von Steinburg
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Viele Senioren werden Opfer von Telefonbetrug, sei es nun beim Enkeltrick oder mittels eines Schockanrufs. (Symbolbild)
Viele Senioren werden Opfer von Telefonbetrug, sei es nun beim Enkeltrick oder mittels eines Schockanrufs. (Symbolbild) © imago/Fotostand

München — Es ist wieder geschehen: Eine über 80-jährige Seniorin aus Trudering ist am Dienstag auf den sogenannten "Enkeltrick" hereingefallen. Sie verlor eine hohe Summe Geld, weit über 30.000 Euro.

Am Telefon gab sich gegen 14 Uhr eine Frau als ihre Enkelin aus. Diese schilderte, dass sie in Italien einen Verkehrsunfall gehabt hat. Bei dem Unfall sei eine Person getötet worden. Nun müsse sie viel Geld für die Kaution zahlen, um nicht in Italien in Haft zu müssen.

Die Münchner Seniorin fiel auf diesen organisierten Callcenterbetrug herein. Sie sammelte Goldbarren, Münzen und Geld in einem Karton – und übergab ihn an der Haustür an einen unbekannten Mann. Zudem hat die Rentnerin während des Telefonats fast 30.000 Euro an die Betrüger überwiesen. Schaden insgesamt: mehrere Zehntausend Euro.

Polizei rät: "Legen Sie auf und wählen sie die 110"

"Leider sind die Enkeltrickbetrüger nach wie vor regelmäßig erfolgreich", sagt Peter Werthmann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums München. Die Polizei warnt: Die Schockanrufe nehmen in München seit letzter Woche erneut zu. Allein am Dienstag haben 18 Münchnerinnen und Münchner Anrufe mit der Betrugsmasche "falsche Polizeibeamte" gemeldet. Die Polizei geht hier von einer weit höheren Dunkelziffer aus. Außerdem rechnet sie damit, dass sich der Trend zum organisierten Callcenterbetrug in Zukunft fortsetzt.

Die Polizei rät deshalb dringend: "Bitte vergewissern Sie sich durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handelt."


Bei der Betrugsmasche "falsche Polizeibeamte" geht es um einen Anruf von falschen Kriminalbeamten oder Polizisten - aber auch um angebliche Amtspersonen, wie Richter und Staatsanwälte - die vorspiegeln, dass ein Familienmitglied einen schweren Unfall verursacht hat. Um dem Abtransport zur Untersuchungshaft zu entgehen, sei die Zahlung einer Kaution fällig.

Auch wenn bei dem Telefonat der Druck hoch sei - und die psychische Belastung gravierend - rät die Polizei dazu, Ruhe zu bewahren - und nicht auf die Forderungen der Anrufer einzugehen, sondern aufzulegen und die 110 zu wählen.

"Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen von Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde - oder beim Polizeinotruf 110, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat", rät die Polizei. Und: "Bevor man die 110 wählt, sollte man den vorherigen Anruf definitiv beendet haben."

"Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen"  - die Tipps der Polizei

So reagieren Sie bei Schockanrufen richtig. Die Polizei gibt fünf Tipps:

  • Halten Sie telefonische Rücksprache mit Ihrer Familie, bevor Sie etwas tun.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren Finanzen preis.
  • Denken Sie daran: Die Polizei oder andere Amtspersonen werden Sie nie darum bitten, Geld oder andere Wertsachen auszuhändigen.
  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung hinein.
  • Lassen Sie sich bei einem Anruf nicht unter Druck setzen.
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16 Kommentare
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  • .x.x. am 18.07.2024 08:17 Uhr / Bewertung:

    Unglaublich, dass Menschen ihre Ersparnisse in einem Karton, Plastikbeutel oder ähnlichem sonstwo deponieren und wirklich glauben, die echte Polizei oder gar ein Staatsanwalt würden vorfahren und das Geld dann hinter einer Mülltonnen hervor holen. Keine Quittung, nichts. Zumal diese Fälle täglich im Polizeibericht stehen.

  • Frale am 18.07.2024 11:45 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von .x.x.

    Hast du schon mal was von Demenz oder Alzheimer gehört ??? Das kann jeden passieren.

  • Wendeltreppe am 18.07.2024 12:22 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Frale

    Schon, aber da sind m.E. die nächsten/nahen Angehörigen oder Bezugspersonen, ggf. Nachbarn/Hausbewohner gefragt. "Sowas" kommt ja nicht Knall auf Fall..

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