BayernLB soll 400 Millionen zu viel gezahlt haben

Die Münchener Staatsanwaltschaft wirft Ex-BayernLB-Chef Schmidt vor, seinem Institut geschadet zu haben: Vor zwei Jahren sei für die Kärntner Bank HGAA etwa 400 Millionen Euro zuviel gezahlt worden.
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Zentrale der BayernLB in München
dpa Zentrale der BayernLB in München

Die Münchener Staatsanwaltschaft wirft Ex-BayernLB-Chef Schmidt vor, seinem Institut geschadet zu haben: Vor zwei Jahren sei für die Kärntner Bank HGAA etwa 400 Millionen Euro zuviel gezahlt worden.

Für den Kauf der Klagenfurter Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) soll die Bayerische Landesbank vor zwei Jahren rund 400 Millionen Euro zuviel gezahlt haben. Davon geht die Münchner Staatsanwaltschaft aus, wie die «Süddeutsche Zeitung» unter Berufung auf den Durchsuchungsbeschluss für die Razzia am Mittwoch bei der BayernLB berichtete.

Die BayernLB hatte dem «SZ»-Bericht zufolge im Mai 2007 exakt 50 Prozent und eine Aktie an der Kärntner Bank für 1,675 Milliarden Euro übernommen. Im Durchsuchungsbeschluss werde der Wert der HGAA zum Zeitpunkt des Erwerbs aber mit 2,5 Milliarden Euro beziffert, so das Blatt. Die Hälfte der Anteile wäre demnach umgerechnet 1,25 Milliarden Euro wert gewesen. Zudem habe die Landesbank inzwischen weitere 700 Millionen überweisen müssen, um die in eine Schieflage geratene Gruppe zu stützen. Die Ermittler werfen dem damaligen BayernLB-Vorstandschef Werner Schmidt deshalb Untreue zu Lasten der Bank und damit letztlich der Steuerzahler vor. Schmidt hat diesen Vorwurf als haltlos zurückgewiesen. Aus Finanzkreisen verlautete, der Kaufpreis habe sich an dem von Wirtschaftsprüfern ermittelten Wert der österreichischen Bank orientiert. Der von Schmidt ausgehandelte Preis lag laut «Süddeutscher Zeitung» unter der vom Verwaltungsrat der BayernLB vorgegebenen Obergrenze. Außerdem werde bei einer Mehrheitsübernahme immer ein Aufschlag auf den normalen Anteilspreis gezahlt. Bayerische Landtagsabgeordnete verwiesen dagegen auf einen ungewöhnlich schnellen und hohen Gewinn des vormaligen HGGA-Großaktionärs Tilo Berlin, der Schmidt aus gemeinsamen Zeiten bei der Landesbank Baden-Württemberg gekannt habe. Allerdings wirft die Staatsanwaltschaft Schmidt nicht vor, sich persönlich bereichert zu haben. Sie ermittelt auch nicht gegen Berlin oder andere Beteiligte. (dpa/AP/nz)

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