Auto stürzt 400 Meter tief - Münchner rettet sich in letzter Sekunde

Rettung im letzten Moment: Mit einem Sprung aus seinem 400 Meter in die Tiefe stürzenden Geländewagen entkommt der Münchner Michael Schöke im letzten Augenblick dem sicheren Tod - und geht anschließend erst mal ein Weißbier trinken.
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Über 400 Höhenmeter stürze Michael Schökes VW Touareg in die Tiefe.
Zoom Tirol Über 400 Höhenmeter stürze Michael Schökes VW Touareg in die Tiefe.

MÜNCHEN - Rettung im letzten Moment: Mit einem Sprung aus seinem 400 Meter in die Tiefe stürzenden Geländewagen entkommt der Münchner Michael Schöke im letzten Augenblick dem sicheren Tod - und geht anschließend erst mal ein Weißbier trinken.

In Österreich nennen sie das Vomperloch im Karwendelgebirge den Grand Canyon Tirols. In den tiefen Schluchten sprießen seltene Orchideen und mächtige Eiben. Doch die friedliche alpine Idylle wäre für den Münchner Michael Schöke fast zur Todesfalle geworden. Am Ende lag der Bruchteil einer Sekunde zwischen Leben und Tod – und eine 400 Meter tiefe Schlucht.

„Ich kann es immer noch nicht fassen“, erzählt der 44-jährige Förster, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in München-Freimann lebt. Er klingt erleichtert und einfach nur glücklich, dem Tod entkommen zu sein.

Für den Deutschen Alpenverein (DAV) beschildert Schöke die Wanderwege zwischen der „Katzenleiter“ und dem Vomperloch, das rund 1300 Meter über dem Meeresspiegel liegt. So auch am Dienstagmorgen. Gegen Mittag fährt Schöke mit seinem VW Touareg zum Gasthof Karwendelrast. Er freut sich auf seine Brotzeit. Die Sonne wirft dunkle Schatten auf die Hochgebirgsstraße, nur schwer lässt sich der Weg erkennen.

Dann geht alles ganz schnell: Plötzlich rutscht der Touareg nach rechts ab. Geistesgegenwärtig reißt Schöke im letzten Moment die Tür auf und springt. Der Geländewagen stürzt in freiem Fall in eine 400 Meter tiefe Schlucht. Doch ohne Schöke. Der liegt mit stechenden Schmerzen in der Brust auf der Straße, während neben ihm sein Gefährt in den Abgrund rauscht.

„Ich war total unter Schock, habe am ganzen Leib gezittert“, erinnert sich der DAV-Mitarbeiter an den schicksalhaften Moment. Im fünf Kilometer entfernten Krankenhaus in Schwaz diagnostizieren die Ärzte Rippenprellungen und Schürfungen. Und bescheinigen ihrem Patienten: „Du kannst dir nicht vorstellen, was für ein Glück du hattest.“ Und Schökes Glück war auch, dass er nicht angeschnallt war. Hätte er noch den Gurt öffnen müssen – er hätte den Absprung wohl verpasst.

Wenige Stunden nach dem Unfall sitzt der Münchner mit einem Armverband in einem Café in der Fußgängerzone von Schwaz. Seiner Frau erklärt er am Telefon nur: „Es ist eine Kleinigkeit passiert.“ Dann bestellt er ein Weißbier und stößt auf sein neues Leben an. „Das hab ich mir gegönnt“, schmunzelt Schöke und wirkt, wie ein ziemlich lässiger Teufelskerl.

Um das zwei Tonnen schwere Wrack des zerstörten Touareg bergen zu können, muss die Feuerwehr erst noch Spezialhelikopter anfordern. Doch Schöke wird bei der Bergung nicht dabei sein. Er sagt: „Ich will da garnicht runterschauen.“

Reinhard Keck

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