Ausgetanzt: Totensonntag ist der dritte stille Tag im November

Am Sonntag ist Totensonntag. Ab Mitternacht herrscht Tanzverbot. Zum dritten Mal in diesem Monat - die Betreiber sind frustriert, ihnen bricht das Geschäft weg. Das KVR verhängt Bußgelder.
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MÜNCHEN - Am Sonntag ist Totensonntag. Ab Mitternacht herrscht Tanzverbot. Zum dritten Mal in diesem Monat - die Betreiber sind frustriert, ihnen bricht das Geschäft weg. Das KVR verhängt Bußgelder.

Gästeliste, Clubausweis, persönliche Einladung: Ohne die geht es an diesem Samstag in keinen Münchner Club. Am Sonntag ist Totensonntag. Nach Allerheiligen und Volkstrauertag der dritte stille Tag – und damit herrscht ab Mitternacht Tanzverbot.

„Wer in Bayern einen Club hat, muss Traditionen achten“, sagt „Drei Türme“-Chef Ralf Mager, „aber für uns fällt das November-Geschäft flach.“ Bis zu 40 Prozent Einbußen hat sein Club allein dadurch, dass ab Mitternacht keiner mehr eingelassen wird – und auch im „Sugar“ sind die Einbußen erheblich.

An Halloween schritt das KVR vier Mal ein und verhängte Bußgelder

Viele Betreiber klagen außerdem, dass die Gäste sich veräppelt fühlen – besonders, seit die Stadt am vergangenen Wochenende das Rathaus als Party-Location vermietet und beim Sechs-Tage-Rennen eine Riesenparty gefeiert hat. Betreibern, die sich nicht an das Tanzverbot halten, droht ein Bußgeld. An Halloween hat das KVR vier davon verhängt.

Das „Retro Maximilians“ hatte deshalb letztes Wochenende geschlossen. „Das wollten wir nicht riskieren“, sagen die Geschäftsführer. Trotzdem sei das Tanzverbot „imageschädigend“. Frank-Ulrich John vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband betont, dass „niemand gegen die stillen Tage ist. Nur sollte nicht um Mitternacht Schluss sein. Das entspricht nicht mehr den Lebensgewohnheiten der Menschen.“

So geht es auch Marco Reger vom „Crux“. Er findet das Verbot nicht gerechtfertigt. „Kirche und Staat sind in Deutschland getrennt. So sollte es auch mit Kirche und Clubs sein.“

A. K. Koophamel

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