20-Jähriger in Isar vermisst

So verlockend ein Bad in der Isar bei den warmen Temperaturen für so manchen Jugendlichen im Übermut sein mag: Das Wasser ist mit zwölf Grad noch eiskalt. Für einen 20-jährigen Honduraner endete ein Sprung in den Isarkanal offenbar tödlich: Bis gestern wurde der 20-Jährige aus Moosach laut der Münchner Polizei vermisst – nachdem er in der Nacht zum Samstag betrunken von der Thalkirchner Brücke gesprungen und wahrscheinlich ertrunken war.
So hat sich der tragische Unfall gegen Mitternacht dem Vernehmen nach abgespielt: Der 20-Jährige hatte mit seinen Freunden am Flaucher gefeiert – der Flaucher gilt unter jungen Münchnern als Partymeile. Wenn wie zuletzt am Osterwochenende die Nächte lauer werden, wird dort bis spätabends gegrillt und für gewöhnlich friedlich gefeiert.
Dem jungen Moosacher stieg der Alkohol jedoch zu Kopf, als er nach dem Trinkgelage auf das Geländer der Thalkirchner Brücke stieg und in den Isarkanal sprang.
Ein 21-jähriger Münchner hatte noch versucht, dem Honduraner zu helfen. Er sprang todesmutig ins kalte Wasser, um dem 20-Jährigen hinterherzuschwimmen. Doch er musste bald zum Ufer zurück, weil er sich sonst selbst in Lebensgefahr gebracht hätte, berichtet die Polizei. Auch die Freunde des Honduraners konnten nur noch hilflos zusehen, wie dieser unter der Brücke hindurch in Richtung Brudermühlbrücke schwamm – dann verloren sie ihren Spezl aus den Augen.
Es gibt kaum Aussicht, den Vermissten noch lebend zu finden, sagt ein Polizeisprecher. „Es ist unwahrscheinlich, dass der 20-Jährige ungesehen an Land geschwommen ist und sich bisher nicht gemeldet hat.“ Man werde ab heute mit Leichenhunden das Gebiet an der Isar absuchen.