Richtig angezogen

Andere Länder haben oft auch andere Sitten - nicht überall sind Hawaiihemden, Tops und Bikinis gern gesehen. Ein Bekleidungs-Knigge.
Marc Reisner |
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Feinripp auf dem Boulevard, Hotpants in der Moschee. Nicht wenige Reisende haben im Urlaubskoffer nur die legersten Anziehsachen dabei und kommen bereits beim ersten Ausflug mit der örtlichen Bekleidungsetikette in Konflikt. Wir sagen, worauf Sie in den Ferien achten sollten. Für Reisen in fremde Länder gilt die Kleiderregel: lieber zu viel als zu wenig. Und das nicht nur in sehr katholischen oder islamischen Regionen. Es muss ja nicht immer so streng zugehen wie etwa im zunehmend beliebten Reiseziel Dubai. Dort sollten Frauen darauf achten, dass Blusen und Röcke blickdicht sind.

Auch zu eng, zu kurz und zu tief ausgeschnitten ist tabu. Bei Männern hört das Hosenbein knapp unterm Knie auf - mindestens. Ähnlich sieht es in der Türkei aus. Weiter östlich, in Indien, sind kurze Hosen nie angemessen. Blusen sollten besser nicht zu eng geschnitten sein; die Damenwelt achtet darauf, dass Oberteile nicht spannen und wenigstens halblange Ärmel aufweisen. In Thailand haben sich die Menschen zwar vielerorts an Touristen gewöhnt; Shorts und andere Kleidungsstücke, die den Blick auf viel Haut zulassen, gelten aber nicht nur in buddhistischen Tempeln als unangemessen. In Israel kommt beim Synagogenbesuch zu konservativer Kleidung ein Schal, den Frauen sich um den Kopf wickeln, oder eine Kippa für Männer.

FKK und „oben ohne“ sind häufig verpönt

Vorsicht: Immer häufiger kassieren die örtlichen Behörden Bußgelder, wenn Urlauber gegen den Bekleidungs-Knigge verstoßen. So können etwa in Venedig - übrigens nicht nur beim Besuch von Kirchen - für das Tragen von Leibchen mit Spaghettiträgern bis zu 200 Euro Strafe fällig werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die „sittliche Kleiderordnung“ gesetzlich vorgeschrieben, und in konservativen Bundesstaaten der USA wird mit bis zu 1000 Dollar zur Kasse gebeten, wer zum Sonnenbaden das Bikini-Oberteil ablegt. Überhaupt: Strandmode wird in vielen Nationen ganz anders definiert als daheim. FKK und „oben ohne“ sind häufig verpönt. Vor allem in muslimischen Staaten sollte man sich daher auch nur in der Kabine oder zumindest mit einem Handtuch bedeckt umziehen. Und auch wenn man sie selbst mag: Längst nicht jeder Einheimische findet Tangas toll.

Im Zweifel lohnt sich der Griff zu Badeanzug oder halblangen Badeshorts, womöglich sogar ergänzt durch ein T-Shirt. Lange Hosen sollten die Herren der Schöpfung beim Stadtbummel tragen. Das gilt nicht zuletzt für europäische Nachbarländer wie Italien oder Frankreich, in denen die Bewohner ohnehin viel Wert auf Stil legen. Aber auch in den USA, in Indien oder in der Türkei ist ein gewisser Schick empfehlenswert. Dazu gehört, zumindest bei offiziellen Anlässen wie Kirchgang oder Einladungen, bei Männern auch eine Krawatte. Frauen ergänzen ihre Bluse durch einen Blazer.

Übrigens: Auf der anderen Seite des Globus geht es auch anders zu. Das gilt zum Beispiel für Samoa. Viele Samoaner spazieren mit freiem Oberkörper durch die Stadt, die Beine werden von einem langen, Lava-Lava genannten, Männerrock bedeckt. Ausländer sollten dies jedoch nicht nachahmen. Zum Hemd gehört eine vernünftige Hose - kurz allerdings darf sie sein. Gut vorbereitet sind in der Regel Kreuzfahrer. Mit den Reiseunterlagen kommt meist eine Liste der besonderen Anlässe - und der passenden Garderobe. Auf gediegenen Schiffen stehen Captain’s Dinner, Abschlussgala und Kreuzfahrer-Ball auf dem Programm. Dazu sollten Abendkleid, Hosenanzug oder ein Cocktailkleid mit im Koffer sein. Herren packen wenigstens einen dunklen Anzug ein. Und wenn’ s besonders festlich wird, kann man an Bord oft einen Smoking leihen.

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