Finger am Abzug

Obamas atomwaffenfreie Welt-Vision ist mehr denn je Utopie - AZ-Chefreporter Matthias Maus über die unterschätzte atomare Gefahr.
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Nordkoreas Präsident Kim Jong Il besucht einen Miliärstützpunkt.
dpa 2 Nordkoreas Präsident Kim Jong Il besucht einen Miliärstützpunkt.
Matthias Maus, Chefreporter der AZ.
Ronald Zimmermann 2 Matthias Maus, Chefreporter der AZ.

Obamas atomwaffenfreie Welt-Vision ist mehr denn je Utopie - AZ-Chefreporter Matthias Maus über die unterschätzte atomare Gefahr.

Hat er also wieder mal gezündelt. Kim Jong Il, der Diktator von Nordkorea, wird seiner Rolle als Irrlicht der Weltpolitik gerecht. Man hat sich fast schon gewöhnt an die nuklearen Spielchen des Potentaten – so sehr, dass die reale Gefahr von Atomwaffen in Vergessenheit geraten könnte.

In Zeiten von Wirtschafts- und Umweltkrisen haben die Menschen andere Sorgen als Machtspiele tausende Kilometer entfernt. Und doch verdient die Krise volle Aufmerksamkeit. Eine Eskalation von heute auf morgen kann alles ändern – und zwar auch hier.

So schrecklich die atomare Bedrohung im Kalten Krieg war, sie spielte sich in Blöcken ab, die es heute nicht mehr gibt. Heute gibt es Leute wie Kim, die nur die Drohung mit der Bombe haben, um ihr Regime zu sichern. Und es gibt Länder wie Pakistan, die in einem ungewissen Machtkampf stecken. Und dort steht zu fürchten, dass die Taliban den Finger an den atomaren Abzug bekommen.

Ein Angriff von unberechenbaren Potentaten oder von Gotteskriegern mit zehntausenden Toten würde dieWelt verändern. Und zwar in einem Ausmaß, von dem wir nur albträumen können. Was wir als Wirtschaftskrise fürchten, könnte ein Lüftchen sein gegen den Sturm einer Eskalation, in der klassische Atommächte ihre Arsenale aktivieren – oder in der Israel zum Gegenschlag ausholt.

Barack Obama hat die kühne Vision einer atomwaffenfreien Welt beschworen, weil er diese Gefahren kennt. Seit gestern ist seine Vision noch weiter ins Reich der Utopie gerückt.

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