Energiewende: Ruinierte Chancen

Die Kleinen zahlen, die Großen werden geschont. AZ-Chefreporter Matthias Maus über Strompreis und Energiewende.
Matthias Maus |
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Zwölf Prozent mehr im Jahr. Die Strompreiserhöhung ist ein Schlag ins Kontor. Und provoziert die Frage: Ist die Energiewende schuld? Hätten wird nicht unsere Atomkraftwerke behalten sollen - und alles wäre gut? Nichts liegt ferner der Wahrheit. Wahr ist: die Energiewende kostet Geld. Sie macht Milliarden-Investitionen nötig, ohne die das Projekt keinen Erfolg haben kann. Ein Projekt, das unabhängiger macht von Potentaten und unverantwortbaren Umwelt-Risiken.

Wahr ist aber auch: die Milliarden werden keineswegs von allen aufgebracht. Es herrscht ein skandalöses Ungleichgewicht zulasten der Endverbraucher. Ein Ungleichgewicht, das diese Bundesregierung permanent verschärft.

Zwei Zahlen: Während Mieter und Häuslebauer jährlich 7,6 Milliarden für den Ausbau von Netzen und die Erneuerbaren aufbringen, zahlt die Energie-intensive Industrie nur 0,2 Milliarden. Ausnahmegenehmigungen machen’s möglich. Und die Bundesregierung hat diese Ausnahmeregelungen erst heuer erweitert. Überproportional zahlt der Endverbraucher für den Ausbau der Netze, sogar für das unternehmerische Risiko der Netzbetreiber steht der Stromkunde gerade.

Die Kleinen zahlen, die Großen werden geschont: Besser als bei der Energiepolitik lässt sich nirgends demonstrieren, wessen Interessen Merkels schwarz-gelbe Regierung wirklich vertritt. Die Energiewende ist ein Leuchtturmprojekt. Die Bundesregierung ruiniert seinen Ruf – und seine Chancen.

 

 

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