Deutsche Bank: Milliardengewinn mitten in der Krise

Deutsche Bank: Josef Ackermann präsentiert einen Milliardengewinn und hält am Renditeziel von 25 Prozent fest. Ist das Ende der Bankenkrise in Sicht? Nein, sagen Experten: Noch immer gibt es zuviele faule Wertpapiere in den Bilanzen.
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Josef Ackermann bleibt drei Jahre länger Chef der Deutschen Bank als bisher geplant.
dpa Josef Ackermann bleibt drei Jahre länger Chef der Deutschen Bank als bisher geplant.

Deutsche Bank: Josef Ackermann präsentiert einen Milliardengewinn und hält am Renditeziel von 25 Prozent fest. Ist das Ende der Bankenkrise in Sicht? Nein, sagen Experten: Noch immer gibt es zuviele faule Wertpapiere in den Bilanzen.

FRANKFURT/M. Eigentlich wollte er wirklich aufhören: „Es war meine feste Lebensplanung, 2010 zurückzutreten“, versichert Josef Ackermann. Doch nun macht der Chef der Deutschen Bank noch drei Jahre weiter (AZ berichtete).

Man wolle damit Spekulationen um die Führung der Bank vermeiden, so Ackermann gestern auf der Bilanzpressekonferenz seines Instituts. „Der Wunsch des Aufsichtsrates und vieler Mitarbeiter haben dazu geführt, dass ich sage: Ich sehe mich in der Pflicht.“

Und er erfüllte sie gleich zur Zufriedenheit aller. Noch im Vorjahr hatte die Bank fast vier Milliarden Euro Verlust eingefahren. Jetzt vermeldete Ackermann 1,2 Milliarden Euro Gewinn fürs erste Quartal 2009. Ist das der Anfang vom Ende der Bankenkrise?

„Es ist ein gutes Signal“, so der Münchner Bankenprofessor Klaus Fleischer. „Aber generelle Entwarnung kann man nicht geben.“ So stammt ein großer Teil der Erträge beim Branchenprimus aus dem Boom im Anleihengeschäft. Weil die Firmen schwerer Kredite ihrer Hausbanken bekommen, finanzieren sie sich verstärkt über Industrieanleihen. Als Dienstleister dafür ist die Deutsche Bank Marktführer. „Sie profitiert in diesem Bereich von der Kreditverknappung“, erläutert Fleischer.

Nichts desto trotz schlummern jedoch in den Bank-Bilanzen weiter faule Wertpapiere in Milliardenhöhe. „Die Krise endet erst, wenn dieses Problem gelöst ist“, sagt Fleischer. So hätten etwa die Commerzbank oder die Landesbanken einen hohen Bestand an Giftpapieren. Und noch gibt es die „Bad Bank“ nicht, in die Staat und Banken die Giftpapiere einst auslagern wollen.

Josef Ackermann braucht die gar nicht, versichert er. Stattdessen hält er bereits wieder die Renditeforderung von 25 Prozent vor Steuern hoch – und erreicht sie im ersten Quartal auch glatt. Haben die Banker nichts aus der Krise gelernt, fragen sich viele daher. „Doch“, meint Bankenexperte Fleischer. Den Gewinn habe Ackermann ohne hohe Risiken erreicht. „In den Banken“, glaubt der Experte, „findet ein Umdenken statt.“

aja

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