Dax bekommt frischen Rückenwind von der Wall Street

Die jüngsten Rekorde an der Wall Street haben auch den deutschen Aktienmarkt mitgezogen.
dpa |
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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes.
Fredrik von Erichsen/dpa Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes.

Frankfurt/Main - Nachdem zuletzt vor allem die Unsicherheit über die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump und die Sorgen um die Zukunft der Eurozone den hiesigen Markt beherrscht hatten, verbesserte sich die Stimmung nun wieder. Der Leitindex Dax rückte im frühen Handel zuletzt um 0,39 Prozent auf 11 687,96 Punkte.

Die Hoffnung auf neue Geldgeschenke der US-Regierung hatte am Vortag den US-Börsen zu Rekordmarken verholfen. Auslöser waren Aussagen Trumps, der für die nächsten Wochen "phänomenale" Schritte zur Deregulierung und Steuersenkung ankündigte.

Ein Börsianer sagte, nach der Sorge um Trumps protektionistische Maßnahmen mache sich Erleichterung breit, dass der US-Präsident nun seinen Fokus wieder auf die Wirtschaft richte.

Vor diesem Hintergrund legte auch der Kurs des US-Dollar zu, der Euro geriet im Gegenzug unter Druck. Auch das ist tendenziell positiv für den deutschen Aktienmarkt. Positive Vorgaben hierzulande lieferten laut Börsianern auch die überraschend guten chinesischen Außenhandelsdaten.

Auch der breitere deutsche Markt profitierte hiervon: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,50 Prozent auf 22 971,67 Punkte. Der Technologie-Index TecDax präsentierte sich so hoch wie seit Dezember 2015 nicht mehr, zuletzt betrug das Plus 0,76 Prozent auf 1871,17 Punkte. Sehr moderat fielen hingegen die Gewinne in Europa aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat zuletzt mit plus 0,05 Prozent nahezu auf der Stelle, bei 3279,49 Punkten.

Auf Unternehmensseite waren im Dax die Papiere des Baustoffkonzerns HeidelbergCement nach einer frischen Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg gefragt. Als Index-Favorit verteuerten sie sich um knapp drei Prozent. Analyst Robert Muir äußerte sich positiv zum Geschäft in Indonesien und den USA. Zudem bestehe die Hoffnung, dass die Preise auf dem europäischen Zementmarkt anzögen.

Am Dax-Ende knüpften die Commerzbank-Anteile mit einem Verlust von knapp 2 Prozent an ihren schwachen Vortag an. Am Donnerstag hatte das Geldinstitut die Anleger mit seinen Jahreszahlen nicht überzeugt können.

Aus der Bilanzsaison gab es für die Anleger indes nur wenig Zahlenmaterial zu verarbeiten. Gut kamen die Resultate des Medizintechnikkonzerns Carl Zeiss Meditec für das erste Geschäftsquartal an, die laut Börsianern leicht über den Erwartungen lagen. Die Aktie gehörte mit einem Kursaufschlag von mehr als 2 Prozent zu den größten Gewinnern im TecDax.

Frisches Kapital und ein neuer Investor machten indes die Evotec-Papiere zum Anleger-Magneten. Die Aktie des Biotechnologie-Unternehmens schoss mit einem Aufschlag von mehr als 6 Prozent an die Spitze der Technologiewerte. Die Novo A/S ist bei den Hamburgern mit einem Anteil von 8,9 Prozent eingestiegen und kaufte für 90,3 Millionen Euro gut 13 Millionen neue Aktien. Mit dem beherrschenden Aktionär des dänischen Diabetes-Riesen Novo Nordisk gewinnt Evotec nach eigenen Angaben einen neuen langfristigen strategischen Investor.

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