The Harlem Gospel Singers - hier wippt selbst Gott mit

Die Harlem Gospel Singers mit Queen Esther Marrow loben den Herrn derzeit im Deutschen Theater
Michael Stadler |
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Die Harlem Gospel Singers mit Queen Esther Marrow loben den Herrn derzeit im Deutschen Theater.

 

Wenn der Glaube an Gott so mitreißend groovt, muss der überzeugte Atheist schon aufpassen, dass seine Füße nicht mitwippen. Die Kraft und die Herrlichkeit überträgt sich im Gesang der Harlem Gospel Singers, elastisch gebettet auf der R’n’B-Federkernmatratze, die Anthony Evans und seine Band dem Oktett um Queen Esther Marrow bereiten.

Evans, der musikalische Chef am Flügel, weiß nicht nur, wie er seine fünf Musiker souverän anleitet, sondern auch, wann er englische Queen stoppen muss, damit die sich anbahnenden Standing Ovations im Deutschen Theater über sie hereinbrechen können. Es gibt vielleicht nicht Göttinnen, aber doch Königinnen auf Erden.

„Welcome to my world“ – in ihre Welt lädt Queen Esther ein und man sieht sie in einer Foto-Schau im Kontakt mit der Weltgeschichte. Die 71-Jährige ist weiterhin mit einer kraftvollen Stimme gesegnet, die sie gegen Ende in einem roten, ganz schön weltlich ausgeschnittenen Kleid in voller Pracht erstrahlen lässt.

Jeder ihrer „Babies“ bekommt in ausgewogener Verteilung seinen Auftritt. Neuzugänge wie Bariton Mark Richard Ford oder Altistin Jahlisa Norton fügen sich nahtlos in den perfekt harmonierenden Gesang und die nicht wegzudenkenden Choreografien ein. Gesang und Körper im Fluss. Und der Finger weist nach oben.

Mit seinem bergwerktiefen Bass leitet Michael LeMelle ein Medley zum Gedenken an Whitney Houston ein, die ihre Karriere bekanntlich in einem Gospelchor begann. Die Traditionslinien ziehen die Harlem Gospel Singers schwungvoll von der Vergangenheit bis in die Zukunft.

„Down by the Riverside“ oder „Didn’t it rain“ gehörten schon zum Repertoire von Gospel-Ikone Mahalia Jackson, deren Nachfolge Queen Ester Marrow angetreten ist. Nun bietet sie sich selbst als Leitfigur an, besonders rührig, wenn sie ihren jungen Saxofonisten Marquis „Q“ Sayles zu sich bittet, um ihm singend den Weg zu weisen.

Wie Q und englische Queen einen Dialog von Stimme und Saxofon fädeln, ist einer von vielen Höhepunkten. Enden muss die Show mit „Oh Happy Day“. Das Zelt stimmt ein. Glück für alle, Glaube hin oder her.

Deutsches Theater, bis Sa, 20 Uhr, am Sa auch 16 Uhr

 

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