Das Akademiekonzert unter François-Xavier Roth

Leicht und beschwingt: François-Xavier Roth dirigiert das Bayerische Staatsorchester im Nationaltheater
Volker Boser |
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Er war die letzte Entdeckung von Sir Georg Solti: Unter ihm debütierte Jean-Efflam Bavouzet zwei Jahre vor dessen Tod beim Orchestre de Paris. Damit stand ihm, zumindest in seiner französischen Heimat, der Himmel offen. Bei uns ist der 52-jährige Pianist ein Geheimtipp geblieben. Kein Wunder: Er liebt zeitgenössische Musik, was er in der eher abwegigen Zugabe von Bruno Mantovani eindrucksvoll unter Beweis stellte. Er hat Werke abseits des Mainstream, von Pierné und Massenet, aufgenommen und ist in die Klaviersonaten von Joseph Haydn vernarrt.

Im Akademiekonzert spielte er zusammen mit dem Staatsorchester unter François-Xavier Roth Ravels Klavierkonzert für die linke Hand: glasklar in den Konturen, kraftvoll, virtuos, ohne die Blues-Anklänge zu leugnen. Es gelang eine grandios stimmige Interpretation eines Werkes, das im Nationaltheater zuvor nur ein einziges Mal zu hören war: vor 30 Jahren mit Alicia de Larrocha.

Engagierte Musiker

François-Xavier Roth hatte sein Staatsorchester-Debüt mit Bruno Mantovanis „Time Stretch on Gesualdo“ (2006) begonnen – zwanzig aufregende Minuten, in denen der Komponist die Harmonien und Strukturen des Renaissance-Meisters raffiniert mit eigenen Klangflächen zu verfremden sucht.

Hier, vor allem aber in Strawinskys „Petruschka“ nach der Pause, überraschte, wie sehr sich das Staatsorchester engagierte. Ein Verdienst des Dirigenten: Es kommt nicht allzu oft vor, dass die vielen rhythmischen Varianten dieser Partitur, ihre collagenhafte, nahezu filmisch anmutende Überblendungs-Technik, derart leicht und tänzerisch beschwingt serviert werden – ganz anders, als man es von russischen Pultstars gewohnt ist.

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