Tarantino zeigt Reue: "Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun"

Erstmals bekennt ein männlicher Topstar aus Hollywood Farbe im Weinstein-Skandal: Quentin Tarantino zeigt sich beschämt, die Übergriffe seines Partners und Freunds "marginalisiert" zu haben.
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"Ich wünschte, ich hätte Verantwortung übernommen für das, was ich gehört habe." Quentin Tarantino übt im Zuge des Weinstein-Skandals Selbstkritik. Damit steht er - noch - ziemlich alleine da.
John Phillips/Getty Images "Ich wünschte, ich hätte Verantwortung übernommen für das, was ich gehört habe." Quentin Tarantino übt im Zuge des Weinstein-Skandals Selbstkritik. Damit steht er - noch - ziemlich alleine da.
"Ekelerregend", "widerlich", "unverzeihlich" ... - Mit scharfen Worten distanzieren sich Hollywoods Top-Stars von Harvey Weinstein, seit enthüllt wurde, dass der Filmproduzent
seine Machtposition offenbar jahrzehntelang in Form sexueller Übergriffe missbraucht hat. Doch so groß die Empörung ist, so überschaubar hält es die Branche mit der Selbstkritik. Von den in Frage stehenden Vorfällen wollen gerade Weinsteins männliche Weggefährten in der Mehrzahl nichts mitbekommen haben. Jetzt bekennt erstmals ein enger Vertrauter des gefallenen Filmmoguls Farbe: Quentin Tarantino ging in einem Interview nicht nur mit Weinstein, sondern vor allem mit sich selbst hart ins Gericht. "Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun, als ich getan habe", eröffnete der Regisseur gegenüber der "New York Times
". Für dieses Fehlverhalten schäme er sich heute: "Ich wünschte, ich hätte Verantwortung übernommen für das, was ich gehört habe." Richtig wäre es gewesen, nicht weiter mit Weinstein zusammenzuarbeiten. Tatsächlich entstanden in Zusammenarbeit mit seiner Produktionsfirma Kultfilme wie "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction", "Kill Bill", "Inglourious Basterds" und "The Hateful Eight". Gegenüber der Zeitung räumte Tarantino konkretes Wissen um mutmaßliche Übergriffe ein, etwa gegen seine damalige Freundin, die Schauspielerin
Mira Sorvino. Zwar habe er seinen Geschäftspartner und Freund mit Vorwürfen konfrontiert, sich aber mit halbgaren Ausflüchten zufriedengegeben. "Ich habe diese Vorfälle marginalisiert. Alles, was ich jetzt sage, wird sich wie eine Ausrede anhören." Tarantinos Appell an seine männlichen Kollegen: "Veröffentlicht nicht einfach nur Statements! Gebt zu, dass da was faul war im Staate Dänemark! Versprecht, dass wir unseren Schwestern in Zukunft zur Seite stehen!" Gegen Harvey Weinstein, der nicht mehr Teil seiner eigenen Firma "The Weinstein Company" ist, wurden unterdessen Ermittlungen wegen sexueller Nötigung eingeleitet. Dies bestätigte die Polizei
von Los Angeles am Donnerstag. Inzwischen haben mehr als 40 Frauen Anschuldigungen gegen den 65-Jährigen erhoben, darunter die Schauspielerinnen Asia Argento, Rose McGowan, Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow.
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