Die Peitsche als Zuckerbrot

Ein harter Dokumentarfilm über Sado.Masochismus: "Violently Happy"
Matthias Pfeiffer |
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Kein Fake, sondern echtes lustvolle Leiden.
FFM Kein Fake, sondern echtes lustvolle Leiden.

Ein harter Dokumentarfilm über Sado-Masochismus: "Violently Happy"

Was in diesem Dokumentarfilm gezeigt wird, dürfte für viele an die Grenzen des Verständlichen gehen: Nadeln in der Haut, heißes Wachs auf dem Körper, rote Striemen auf dem Rücken – und die Menschen, für die das das Höchste der Wollust ist. In der Reihe „Neues Deutsches Kino“ zeigt Paola Calvos „Violently Happy“ auf ganz neue Weise die Welt des BDSM.
Kein verklärender „50 Shades“-Kitsch, kein Lack-und-Leder-Theater in RTL 2-Manier, sondern ein authentischer Ausflug in fremde Leidenschaftswelten.
Die Regisseurin begleitet den Choreographen Felix Ruckert und die Kulturarbeiterin Mara Morgen, die mit anderen Teilnehmern ins Labyrinth des Verlangens eintauchen. Ruckert bezeichnet diese Art sich auszuleben sogar als „zivilisatorische Errungenschaft“. Die Regisseurin lässt dabei ihren Protagonisten freien Lauf und hält sich zurück. Es wird nicht übermäßig psychologisiert oder die Tür zum Kuriositäten-Kabinett aufgestoßen.
Dabei geht es hier schon wirklich hart her: Strap-On-Penetration, Peitschen-Sessions, mitunter hängen die Teilnehmer nackt und kopfüber von der Decke.
Die Kamera hält aber nie drauf, um der Sensation willen. Trotz der Explizitheit der Aufnahmen ist die Grundstimmung von „Violently Happy“ ruhig, fast schon esoterisch und meditativ.
Dennoch könnte seine Direktheit allzu empfindliche Zuschauer verstören. Für den Rest aber ist „Violently Happy“ ein intimer und gewagter Trip in unbekannte Regionen der Sexualität.    
   Heute, 28.6., 22.30 Uhr, HFF und Samstag, 2.7., 10 Uhr, Atelier

 

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