Jazzy Jessye
Die amerikanische Operndiva startet ihre Tour „Roots“ in der Philharmonie – und swingt die Münchner aus dem Häuschen.
Why not? Jessye ließ Mahler, Strauss und die üblichen Verdächtigen zu Hause und ging mit neuen, alten Spezln aus. Die hießen Duke, Lenny, Thelonious oder Vernon, und man amüsierte sich prächtig. Egal ob „Somewhere“, „Heaven“ oder „April in Paris“ – jazzy Norman hat den Rhythmus. Und dürfte sich ruhig noch mehr trauen, die wunderbaren Tiefen ihrer Stimme ganz auskosten, die Ella geben oder in Nina Simons rauchige Kellergewölbe abtauchen mit ihrer erlesene Fünf-Mann-Combo, die auf jeden Wimpernschlag reagiert.
Aber da macht sich dann doch das Korsett der Opernsängerin bemerkbar, und schließlich ist die Norman auch mit ihren kleinen Schäkereien immer ganz Dame. Eine Diva halt, mit allem Drum und Dran, Hohepriesterin, die jede Phrase noch wie einen alten Zauberspruch zelebriert. Und dabei die Philharmonie swingend aus dem Häuschen singt.
Christa Sigg
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