Weil er fremdging: Diese Frau wollte ihren Mann erstechen!

Mit einem Messer und einem Motorrad-Modell ging Kerstin V. (48) auf den Gatten los – der Kraftfahrer kam mit Platzwunde davon.
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Attackierte ihn aus Rache: Die Bürokraft Kerstin V. (48) versteckte sich hinter Akten im Gerichtssaal.
Berny Meyer 2 Attackierte ihn aus Rache: Die Bürokraft Kerstin V. (48) versteckte sich hinter Akten im Gerichtssaal.
Verließ sie nach 25 Jahren: Kraftfahrer Karl-Heinz V. (47) überstand die Attacke leichtverletzt.
Berny Meyer 2 Verließ sie nach 25 Jahren: Kraftfahrer Karl-Heinz V. (47) überstand die Attacke leichtverletzt.

Mit einem Messer und einem Motorrad-Modell ging Kerstin V. (48) auf den Gatten los – der Kraftfahrer kam mit Platzwunde davon.

NÜRNBERG 25 Jahre waren sie verheiratet, hatten zwei Kinder – da erfuhr Kerstin V. (48) dass ihr Ehemann sie wegen einer anderen verlassen wird. Die arbeitslose Bürokraft stellte ihm daraufhin eine Falle und griff zum Messer. Wegen versuchten Mordes aus Heimtücke war die gebürtige Nürnbergerin gestern am Nürnberger Schwurgericht angeklagt. Der Kraftfahrer Karl-Heinz V. (47) überstand die Attacke mit einer Platzwunde am Kopf.

„Mit diesem Mann wollte ich eigentlich alt werden“, schluchzte die blonde, schmale Frau gestern auf der Anklagebank. „Ich hab’ doch sonst niemanden mehr.“ Doch inzwischen ist die Ehe gegen ihren Willen geschieden, Tochter (23) und Sohn (21) haben den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen, schickten nicht mal eine Brief.

Die Ursachen des Dramas schwelen offensichtlich schon länger: Denn 2005 verlor Kerstin V. Arbeitsplatz bei einem US-Bulettenbrater, weil sie dort gemobbt worden sei. Nach einem Selbstmordversuch war sie zwei Jahre wegen ihrer Depressionen in Behandlung. „Genützt hat es nichts“, meinte Karl-Heinz V. gestern. Der Sohn (21) formulierte es drastischer: „Die Mutter ist uns auf den Geist gegangen, weil sie daheim nur rumhing.“

Ihre Kinder hatte sie vorher im Zimmer eingesperrt

Anfang November 2007 zog der Gatte aus, wollte sich angeblich eine „Auszeit“ nehmen. Kerstin V. hoffte noch auf seine Rückkehr. Doch dann erfuhr sie von ihm, dass er eine Freundin hat und die Scheidung will. Wieder schnitt sich Kerstin V. die Pulsadern auf. „Bist du blöd, so kriegst du ihn auch nicht zurück“, belehrte die Tochter sie in der Nervenklinik.

Kaum entlassen, rief die Angeklagte ihren Mann an und schlug einen gemeinsamen Anwaltsbesuch vor. „Ich war sehr erleichtert, dass man es regeln kann, wie es sich gehört,“ so Karl-Heinz V..

Am Morgen des 21. November wollte er seine Noch-Ehefrau im gemieteten Haus in Uehlfeld bei Neustadt/Aisch abholen. „Wie von Geisterhand tat sich die Türe auf“, erinnerte er sich. Dann tauchte ein langes Messer auf und traf statt seinem Bauch voll Wucht den Türrahmen, an dem die Klinge zersplitterte. Kerstin V. versuchte noch, ihn mit dem Griff zu verletzten. „Du Drecksau hast mich betrogen und mein Leben zerstört“, schrie sie dabei. Im Gerangel ergriff sie eine Motorradfahrer-Plastik (1,5 Kilo schwer) vom Schrank und versuchte, damit auf ihren Mann einzuschlagen. Er rang sie nieder, setzte sich auf sie, bis die Kripo kam.

Die zwei Kinder hatte Kerstin V. zuvor in ihren Zimmern eingesperrt. Der Sohn, vom Lärm aufgeschreckt, rief die Polizei.

Oberstaatsanwalt Reinhold Wenny beantragte für die Rache einer betrogenen Frau sechs Jahre, Verteidiger Michael Spengler dreieinhalb Jahre Haft. Richter Peter Wörner verkündete viereinhalb Jahre Haft wegen Mordversuchs, die Depressionen wurden strafmildernd berücksichtigt. cis

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