Weichmacher und Blei: Experten warnen vor Gift im Spielzeug

Kirchen-Organisation „fair spielt“ kritisiert die Zustände in den chinesischen Fabriken.
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Produktion in einer chinesischen Spielzeug-Fabrik.
imaginechina Produktion in einer chinesischen Spielzeug-Fabrik.

Kirchen-Organisation „fair spielt“ kritisiert die Zustände in den chinesischen Fabriken.

NÜRNBERG Umweltschützer und Menschenrechtler haben auf der Spielwarenmesse die Zustände in der Spielwarenindustrie angeprangert. Viele Spielwaren enthielten noch immer zu hohe Konzentrationen giftiger Stoffe, sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Dadurch werde die Gesundheit der Kinder gefährdet. Kirchliche Verbände forderten bessere Arbeitsbedingungen in den chinesischen Spielzeugfabriken. „Am Spielzeug für unsere Kinder darf kein Blut kleben“, sagte der Chef des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, Josef Sayer.

Die neue EU-Richtlinie zur Spielzeugsicherheit gehe nicht weit genug, so BUND-Chemieexperte Heribert Wefers. So seien einige Grenzwerte, z. B. für Blei, zu hoch angesetzt. Manche Kinderspielzeuge, etwa Puppen, aufblasbare Tiere oder Schwimmhilfen, enthielten hohe Konzentrationen von Weichmachern. Diese könnten das Hormonsystem von Kindern gefährden.

Die von kirchlichen Organisationen getragene Aktion „fair spielt“ kritisierte die Zustände in Chinas Spielzeugfabriken. Sie seien geprägt von überlangen Arbeitszeiten, geringen Löhnen und mangelndem Arbeitschutz, erklärte die frühere Gesundheits-Staatssekretärin Christa Nickels (Grüne). Der Weltverband der Spielwarenindustrie ICTI hat Mindeststandards bei der Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten definiert. Doch mehr als 30 deutsche Unternehmen hätten noch nicht nachgewiesen, dass ihre Lieferanten diesen Kodex erfüllen.

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