Urteil: Viereinhalb Jahre Haft für Amoktäter (15)

Neun Monate nach dem Amokalarm an einer Schule im schwäbischen Memmingen ist der angeklagte Schüler zu viereinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden.
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Warten auf den Angeklagten: Der noch leere Gerichtssaal in Memmingen.
dpa Warten auf den Angeklagten: Der noch leere Gerichtssaal in Memmingen.

Memmingen –  Das Landgericht der Stadt Memmingen sprach den 15-Jährigen Amoktäter unter anderem wegen vierfachen versuchten Totschlags schuldig.

Der zur Tatzeit noch 14-jährige Achtklässler hatte im Mai vergangenen Jahres aus dem Waffenschrank seines Vaters Pistolen genommen und in seiner Schule einen Schuss abgefeuert. Später widersetzte er sich auf einem Sportplatz seiner Festnahme und schoss um sich. Verletzt wurde niemand.

Der Jugendliche hatte zum Auftakt der nicht öffentlichen Verhandlung ausgesagt, sein Motiv sei Liebeskummer gewesen. Seine Freundin habe sich kurz zuvor von ihm getrennt. Eine Tötungsabsicht bestritt er.

In seinem letzten Wort entschuldigte sich der Angeklagte für das Geschehen. Verurteilt wurde er auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und Verstößen gegen das Waffengesetz.

Die Staatsanwältin hatte fünf Jahre Jugendhaft wegen sechsfachen versuchten Totschlags gefordert. Der Junge habe einen Amoklauf geplant, da er scharfe Waffen und eine große Menge Munition dabei gehabt habe, argumentierte sie. Die Verteidigerin plädierte für eine Haft von nicht mehr als vier Jahren wegen vier Fällen der versuchten gefährlichen Körperverletzung.

Nach Aussagen von Mitschülern hatte der bewaffnete Junge am 22. Mai an der Memminger Lindenschule gedroht, seine Ex-Freundin und auch Lehrer umzubringen. Nach dem abgefeuerten Schuss verbarrikadierten sich die 280 Schüler mit ihren Lehrern in den Klassenzimmern. Der Schütze flüchtete auf einen Sportplatz, wo er sich in einer Hütte verschanzte und teils gezielt auf Polizisten schoss. Nach einem stundenlangen Nervenkrieg gab der Junge auf und wurde von Spezialkräften festgenommen.

 

 

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