Überschwemmungen in Bayern: Landwirte bauen Dämme aus Kuhmist
Sonthofen - Heftige Gewitter mit Starkregen haben am frühen Montagabend in Südbayern erneut für Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu) ausrücken, um Keller auszupumpen.

Südbayern: Überschwemmungen in Kempten und im Landkreis Oberallgäu
Auch aus dem südlichen Oberbayern wurden einzelne Überschwemmungen und Feuerwehreinsätze gemeldet, wie das Polizeipräsidium Rosenheim berichtete. Im Landkreis Rosenheim ist am Abend der Unwetteralarm ausgelöst worden, wie das Landratsamt Rosenheim mitteilte. Dort sei ein Krisenstab mit Vertretern des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr, des THW, des Rettungsdienstes und der Berg- und Wasserwacht zusammengetreten. "Bis kurz nach 21 Uhr waren die Einsatzkräfte zu rund 150 Einsätzen ausgerückt", hieß es.

Auch im Landkreis Miesbach gab es heftige Unwetter mit Hagel und Starkregen, teilweise wurden am Abend ganze Ortschaften unter Wasser gesetzt. Weil die Einsatzkräfte im Landkreis nicht ausreichten, wurden auch mehrere Feuerwehren aus dem Landkreis München nachgefordert. Vor allem über dem Taubenberg, einem der Münchner Trinkwassergebiete, entlud sich das Unwetter. Durch die Wassermengen, die den Berg hinabflossen, kam es ebenfalls zu Überflutungen. In ihrer Not haben Landwirte Dämme mit Stallmist gebaut, bis Sandsäcke zur Verfügung standen.

Wegen Unwetter: Bahnstrecke München - Salzburg gesperrt
Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München-Salzburg ist wieder befahrbar. Das teilte die Deutsche Bahn in der Nacht zum Dienstag via Twitter mit. Die Strecke war zuvor zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten. Weil nur ein Gleis zur Verfügung stehe, könne es aber weiterhin zu Verzögerungen kommen, hieß es.
Gewitterfront zog über Schwaben in Richtung Oberbayern und Franken
Die Unwetterfront zog nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in nördlicher Richtung über ganz Schwaben in Richtung Oberbayern und Franken. Der Umfang der Überflutungen war zunächst noch nicht absehbar.
Der Deutsche Wetterdienst hatte zunächst für das Allgäu und auch andere Teile des Freistaats vor Unwettern gewarnt. Schwerer Starkregen mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit sowie Hagel und Sturm waren vorausgesagt. Ab dem späten Montagabend sollte sich nach Angaben der Meteorologen die Wetterlage entspannen. Für die nächsten Tage rechnen sie nur noch mit vereinzelten Schauern und Gewittern in Bayern.
Unwetter am Wochenende in Oberbayern
Bereits am Wochenende hatten starke Unwetter vor allem in Oberbayern gewütet - in Eglfing im Landkreis Weilheim-Schongau kam dadurch nach Angaben der Polizei vom Montag sogar ein Mensch ums Leben. Der 57-jährige Jäger saß am Sonntagnachmittag in einem Waldstück auf einem Hochsitz, als dieser nach bisherigen Erkenntnissen von einer Windböe umgerissen wurde. Obwohl Ersthelfer und der Rettungsdienst den Verunglückten umgehend versorgten, erlag dieser noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
In der Nähe von Rosenheim hatte laut Polizei eine Mure eine Straße mit Schlamm verschüttet. Bäume waren umgestürzt und Straßen und Keller geflutet worden. Nach Angaben des Landratsamtes waren Tiefgaragen und Keller vollgelaufen, in Götting sei zudem Wasser in eine Biogasanlage eingedrungen. Auf der Zugstrecke Rohrdorf-Rosenheim habe ein Ast die Oberleitung beschädigt. In den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen gab es insgesamt über 100 unwetterbedingte Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel.