Über Gleise gelaufen: Zug muss vollbremsen
Poing (dpa/lby) - Weil ein Mann die Abkürzung über die Gleise genommen hat, musste ein Regionalzug in Poing (Landkreis Ebersberg) eine Vollbremsung einlegen. Verletzte gab es dabei keine, doch fielen in der Folge 4 Verbindungen ganz und 22 teilweise aus. Verspätungen bei weiteren 18 Zügen summierten sich auf 567 Minuten, wie die Bundespolizei am Donnerstag in München mitteilte.
Ein 21 Jahre alter Triebfahrzeugführer hatte am Vortag auf der Strecke von Mühldorf zum Münchner Ostbahnhof gerade mit seinem voll besetzten Zug den Bahnhof Poing durchfahren wollen, als er den Unbekannten die Gleise überqueren sah. Um ihn nicht zu erfassen, leitete der 21-Jährige eine Schnellbremsung ein.
Die Beamten bitten eindringlich darum, sich nicht an Gleisen aufzuhalten oder auf abgestellte Züge zu klettern. "Wo Züge fahren, ist kein Platz für Abenteuer. Auch wenn Fotos im Gleis oder die Abkürzung über die Schienen verlockend und berechenbar erscheinen - hier droht ernste Gefahr", betonte der Präventionsbeauftragte der Nürnberger Bundespolizei, Maik Kaiser, am Donnerstag. Bis zu einem Kilometer dauere es, bis ein Zug mit 100 Stundenkilometern nach einer Vollbremsung stehe. Gerade Kindern und Jugendlichen sei oft auch nicht bewusst, dass sie selbst ohne Berühren der Oberleitungen beim Klettern auf Waggons einen tödlichen Stromschlag bekommen könnten.