Tiefgaragen-Mord: Tochter (24) liefert Vater ein Alibi
Obwohl er sie einst missbraucht hatte, gab die junge Frau vor dem Nürnberger Schwurgericht an, dass der Verdächtige zum Zeitpunkt der Tat daheim gewesen ist...
NÜRNBERG Ausgerechnet seine Tochter (24), die als Minderjährige von ihm sexuell missbraucht worden ist, hat den mutmaßlichen „Tiefgaragen-Mörder“ Peter S. (45) am Montag entlastet!
Die junge Frau beschrieb ihren Vater vor dem Schwurgericht als einen völlig aggressionsfreien Menschen. Auf den Ausgang des Indizienprozesses hat diese Aussage jedoch keine allzu große Bedeutung. Eine andere Zeugin hatte am Vormittag das genaue Gegenteil erzählt.
Anders sieht es mit der Schilderung der Tochter über die zeitlichen Abläufe am Tattag (5. März 1999) aus. Bereits in einer polizeilichen Vernehmung kurz nach dem Verbrechen hatte sie behauptet, dass das Auto ihres Vaters um 7 Uhr morgens noch daheim gestanden habe. Das bestätigte sie jetzt auch im Gerichtssaal. Ihr Bruder, der krankheitsbedingt gestern seiner Zeugenvorladung nicht nachkommen konnte, will den Wagen sogar noch eine halbe Stunde später vor dem Haus gesehen haben.
Bekommt die Staatsanwaltschaft ein Beweisproblem?
Trifft das wirklich zu, bekommt die Staatsanwaltschaft ein echtes Beweisproblem! Denn die Ermittler gehen davon aus, dass Peter S. mit eben diesem Wagen in die Tiefgarage nach Erlangen gefahren ist, wo kurz nach 7Uhr der Mord geschah. Das wäre den Aussagen seiner Kinder zufolge zeitlich aber nicht möglich gewesen.
Als die Tochter ihre Aussage machte, musste ihr Vater den Saal verlassen. Mit dem Mann, der sie missbraucht hat, wollte sie nicht in einem Raum sitzen. Peter S. hat den Missbrauch eingeräumt. Er leugnet jedoch den Mord. hr
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