Söder an Trump: Mehr Gemeinsames statt Einsames

München (dpa/lby) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich in scharfen Worten von US-Präsident Donald Trump abgegrenzt und eine Wiederbelebung der deutsch-amerikanischen Freundschaft gefordert.
von  dpa
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild © dpa

München (dpa/lby) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich in scharfen Worten von US-Präsident Donald Trump abgegrenzt und eine Wiederbelebung der deutsch-amerikanischen Freundschaft gefordert.

"Wir erhoffen uns sehr, dass in Stil und Inhalt in den nächsten Monaten eine Verbesserung eintritt: Weniger Überraschungen, vielmehr Planbarkeit. Mehr Gemeinsames statt Einsames", sagte der CSU-Chef am Montag bei der Wiedereröffnung des umgebauten Amerikahauses in München. Er betonte insbesondere: "Respekt ist keine Einbahnstraße."

Söder nannte die Beziehungen zu den USA eine "emotionale Freundschaft". Es gebe einen engen Austausch in Wirtschaft und Wissenschaft und zwischen den Streitkräften. Das Verhältnis müsse aber wieder stabilisiert werden. Die Freundschaft sei "etwas abgekühlt" und müsse wiederbelebt werden. "Es gilt schon: Alte Liebe rostet nicht. Aber wir können noch ein bisschen mehr dafür tun, dass es wieder zu einem neuen Honeymoon wird." Das werde zwar noch ein wenig dauern, räumte er ein. "Aber wir sind bereit dazu."

Kritik übte Söder unter anderem - ohne Trump einmal beim Namen zu nennen - an dessen angekündigtem teilweisen Truppenabzug aus Deutschland, den Trump als Strafe für die seiner Ansicht nach unzureichenden deutschen Verteidigungsausgaben dargestellt hatte.

Die Nato sei eine Wertegemeinschaft und kein Dienstleistungsvertrag, sagte Söder. Und natürlich sei es zulässig, etwas zu kritisieren und sich mehr zu wünschen. Aber das sollte in einer solch freundschaftlichen Art und Weise passieren, "dass man nicht den Eindruck hat, dass da mehr Distanz statt Nähe im Vordergrund steht".

Für Bayern hofft Söder, "dass so wenig Soldaten wie möglich abgezogen werden". Die US-Soldaten sollten sich hier weiterhin wohl fühlen.

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