Schüler Maurice (15) in Passau totgeprügelt: Was wir wissen und was nicht
Passau – Auch zwei Tage nach der schändlichen Tat bleiben noch viele Fragen offen. Während die Obduktion nun zweifelsfrei ergab, dass Maurice K. tatsächlich zu Tode geprügelt wurde, stehen die Ermittler beispielsweise bei der wichtigen Frage nach dem Motiv immer noch mit leeren Händen da. Eine Bestandsaufnahme des aktuellen Ermittlungsstands.
Was wir wissen
Das Opfer: Der 15-jährige Maurice K. stammt aus einem Ort im Passauer Umland. Er besuchte ein Berufsbildungszentrum. Die Mutter des Schülers war bei der Schlägerei zufällig in der Nähe und kam gerade hinzu, als der Notarzt ihren Sohn reanimierte.
Das Obduktionsergebnis: Der Schüler starb durch Einatmen seines eigenen Blutes. Das hat die Obduktion seines Leichnams in München ergeben. Im Verlauf der Schlägerei hatte er Faustschläge gegen den Kopf und den Oberkörper erlitten und war in den Schwitzkasten genommen worden. Waffen kamen nicht zum Einsatz. Eine Vorerkrankung als natürliche Todesursache lag nicht vor.
Die Tat: Das spätere Opfer und ein zweiter 15-Jähriger haben sich den Erkenntnissen nach über ein Soziales Netzwerk im Internet in der Innenstadt verabredet, um einen Streit auszutragen. Die zunächst verbale Auseinandersetzung eskalierte. Es kam zu Ohrfeigen und mündete schließlich in eine Schlägerei, in die sich nach und nach weitere Anwesende einmischten. Der 15-Jährige ging schließlich zu Boden. Eine Passantin rief die Polizei.
Die Tatverdächtigen: Nach der Tat am Montagabend waren zunächst sechs Verdächtige festgenommen worden. Fünf von ihnen sind am Dienstag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Passau vorgeführt worden. Dieser erließ Haftbefehle gegen vier Beteiligte im Alter von 15, 17, 21 und 25 Jahren sowie einen Unterbringungsbefehl gegen einen 14-Jährigen. Der Tatvorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um deutsche, polnische und tunesische Staatsangehörige.
Was wir nicht wissen
Das Motiv: Unklar ist, weswegen sich die Jugendlichen gestritten haben.
Der oder die Täter: Bislang ist nicht klar, wer von den fünf Tatverdächtigen den möglicherweise tödlichen Schlag ausgeführt hat.
Zeugen und Beweise: Bis zu 20 weitere junge Leute sollen bei der Schlägerei anwesend gewesen sein. Unklar ist, ob sie die Schläger angefeuert und möglicherweise Handyvideos gedreht haben. Die Polizei bittet Passanten, die die Tat beobachtet haben, sich zu melden. Geprüft wird zudem noch, ob sich in der Nähe des Tatortes eine Überwachungskamera befindet, deren Auswertung Hinweise auf das Tatgeschehen geben könnte.
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