Scholl-Preis für Altan: "Literatur mächtiger als Tyrannei"

Der türkische Journalist Ahmet Altan (69) hat aus dem Gefängnis heraus zum Kampf für die Wahrheit aufgerufen. Die Verpflichtung eines jeden Menschen sei es, "aufzustehen und für das Wohl der Menschheit zu kämpfen, die Wahrheit zu verkünden und so unser Leben mit etwas zu bereichern, das dieses an Wert übersteigt", heißt es in der von ihm verfassten Dankesrede zur Annahme des Geschwister-Scholl-Preises, die seine enge Vertraute Yasemin Congar am Montagabend in München verlas.
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Ahmet Altan. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild
dpa Ahmet Altan. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild

München - Der türkische Journalist Ahmet Altan (69) hat aus dem Gefängnis heraus zum Kampf für die Wahrheit aufgerufen. Die Verpflichtung eines jeden Menschen sei es, "aufzustehen und für das Wohl der Menschheit zu kämpfen, die Wahrheit zu verkünden und so unser Leben mit etwas zu bereichern, das dieses an Wert übersteigt", heißt es in der von ihm verfassten Dankesrede zur Annahme des Geschwister-Scholl-Preises, die seine enge Vertraute Yasemin Congar am Montagabend in München verlas. Altan wurde in Abwesenheit für sein Buch "Ich werde die Welt nicht wiedersehen. Texte aus dem Gefängnis" ausgezeichnet.

Der Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war im Februar 2018 wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden, inzwischen wurde die Strafe auf zehneinhalb Jahre reduziert. Ein türkisches Gericht hatte Altan Anfang November nach drei Jahren Untersuchungshaft unter Auflagen freigelassen. Wenige Tage später wurde er jedoch erneut verhaftet.

"Wenn Nationalismus, Hass, Schlechtigkeit und Dummheit in angereichertem Maße zusammenfinden, entsteht eine toxische Mischung", heißt es in der Rede weiter. "Gegen diese tödliche Krankheit wirken als Gegengift Mitleid, Güte und Klugheit, doch muss auch der hässlichen Fratze des Nationalismus die Maske der Heiligkeit abgerissen werden, hinter der dieser sich versteckt." Die Rede schließt mit der Feststellung, dass "Literatur mächtiger ist als die Tyrannei".

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