Proben unterbrochen: Premiere bisher nicht abgesagt
Oberammergau (dpa/lby) - Die Proben zur Oberammergauer Passion sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Dienstag bis zum 29. März unterbrochen worden. Spielleiter Christian Stückl habe die Entscheidung am Mittag getroffen, sagte Passionssprecher Frederik Mayet. Die für Premiere sei bisher nicht abgesagt. "Stand heute gehen wir davon aus, dass die Premiere am 16. Mai 2020 stattfinden kann", heißt es auf der Homepage. Mayet sagte: "Wir warten ab. Wir lernen weiter unsere Texte."
Die Volksproben mit vielen Menschen auf der Bühne wie auch das Fotografieren für den Bildband mit vielen Beteiligten waren schon zuvor ausgesetzt worden. Die Verantwortlichen entwerfen zugleich Ausweichszenarien, etwa ob die Premiere auf Juni oder Juli oder sogar auf ein anderes Jahr verschoben werden könnte.
Entstanden aus der Pestepidemie heraus könnte nun die Coronaepidemie die Passion verhindern. 1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesus Christus aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte. Der Legende nach geschah dies auch.
Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet. 95 Prozent der Tickets sind verkauft.
Es gebe bisher einige wenige Stornierungen. Teils sagten Besucher ab, weil ihre Flüge gestrichen wurden, sagte Mayet. Die Gemeinde ist gegen einen möglichen Ausfall der Passion versichert. Die Vorbereitungen bisher kosteten laut Spielleitung etwa 15 Millionen Euro, versichert seien 25 Millionen Euro.
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