Pflege-Eigenanteil in Bayern gestiegen

Pflege wird für den Einzelnen immer teurer. Auch in Bayern. Die Staatsregierung sieht da auch den Bund in der Pflicht.
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Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
dpa Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Heimbewohner in Bayern müssen deutlich mehr Geld für die Pflege aus der eigenen Tasche zahlen als noch im Jahr zuvor. Der Eigenanteil für die eigentliche Pflege erhöhte sich um fast 18 Prozent von 733 Euro pro Monat im vergangenen Jahr auf nun 864 Euro, wie aus einer Auswertung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Nur in Baden-Württemberg und Berlin sind die Eigenanteile noch höher.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Dazu kommen für Heimbewohner außerdem noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und für Investitionen in den Einrichtungen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) rief die Bundesregierung zu raschen Reformen bei der Pflegeversicherung auf und forderte einen steuerfinanzierten Bundeszuschuss. "Denn die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wie in anderen Sozialversicherungen sollten zumindest versicherungsfremde Leistungen auch in der Pflegeversicherung aus Steuermitteln finanziert werden", teilte Huml am Montag mit.

Deutschlandweit gab es ein Plus von knapp 17 Prozent auf 693 Euro. Ausgewertet wurden Daten des Verbands der Ersatzkassen zum 1. Januar 2018 und zum 1. Juli 2019. Am deutlichsten erhöhte sich der Eigenanteil für die eigentliche Pflege in den ostdeutschen Ländern Mecklenburg-Vorpommern (78 Prozent auf 520 Euro), Sachsen-Anhalt (76 Prozent auf 476 Euro) und Thüringen (66 Prozent auf 355 Euro).

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