Pfarrer steht vor Trümmern seiner verbrannten Kirche
Feuer auf der Empore von St. Matthäus in der Nordstadt: Hoher Sachschaden.
NÜRNBERG Noch an Weihnachten war die St.-Matthäus-Kirche in der Rollnerstraße (Nordstadt) bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung feierlich. Jetzt kniet Pfarrer Jochen Nentel in den Brand-Trümmern. Denn am Samstagabend war der Holzboden der mehrstufigen Empore seines evangelischen Gotteshauses in Brand geraten. Die Flammen griffen vor allem auf Regale und Lagerschränke des Posaunenchors über. Dort lagerten Noten, Liederblätter, Musikinstrumente. Schaden: rund 50000 Euro!
Die Orgel blieb vom Feuer verschont
Wer gestern früh den Gottesdienst in dem erst 1960 eingeweihten neuzeitlichen Kirchengebäude in Betonsattelbauweise gehen wollte, musste umkehren. Die Kirche war gesperrt. „Sie ist noch zu sehr verraucht. Aber das wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen verflüchtigen“, so Pfarrer Nentel tapfer. Außerdem müsse noch Ruß an den Wänden entfernt und der Boden ausgebessert werden. Der Holzfußboden ist auf einer Fläche von zehn Quadratmetern völlig verbrannt.
Zum Glück blieb zumindest die Orgel augenscheinlich von Feuer, Löschwasser und Rauch verschont: „Der Organist war schon da. Bei den ersten Versuchen klang sie ganz normal. Man sieht keine Brandspuren, und Wasser hat sie wohl auch nicht abbekommen.“ Ein Experte wird das wertvolle Instrument aber nochmal genau untersuchen.
War ein Heizlüfter die Brandursache?
Schuld an dem Feuer war möglicherweise ein kaputter Heizlüfter. Nach ersten Ermittlungen der Kripo brach der Brand in der Nähe des Geräts aus. Zu diesem Zeitpunkt war niemand in der Kirche. Der Brand wurde zufällig entdeckt. Der Hausmeister alarmierte die Feuerwehr.
Jetzt hofft Pfarrer Nentel, schon bald wieder einen Gottesdienst in der Matthäus-Kirche abhalten zu können... Andrea Uhrig
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