Nur noch zwei Tage: Woolworth macht dicht
Weil der Vermieter bessere Konditionen verlangt, ist in der Filiale in der Königstraße nach Silvester Schluss
NÜRNBERG Sie ist das Nürnberger Filet-Stück der insolventen Einzelhandelskette DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG – und schließt an Silvester ihre Pforten. In der Woolworth-Filiale in der Königstraße herrscht Endzeit-Stimmung: „Alles muss raus!“, künden Plakate vom nahen Untergang des Schnäppchen-Markts. 28 Beschäftigte werden ihre Jobs verlieren. Sie kommen noch einen Monat lang unter die Fittiche der Transfergesellschaft, ehe sie beim Arbeitsamt vorstellig werden müssen.
„Wir hätten die Filiale gerne behalten“, sagt Pietro Nuvoloni, Sprecher des Woolworth-Insovenzverwalters Ottmar Hermann. Einen Strich durch die Rechnung habe der Vermieter, der US-Finanzinvestor Cerberus, gemacht, der glaubt das Geschäft in „1a-Lage“ (Nuvoloni) zu bessren Konditionen verpachten zu können.
Ein ähnliches Schicksal ereilte gut gehende Woolworth-Niederlassungen in München, Ingolstadt, Bad Hombug und Berlin. Von den einst 310 Filialen kann Woolworth nur 161 auf absehbare Zeit fortführen. Darunter auch die verbliebenen drei Nürnberger Dependancen in der Wölckernstraße in der Südstadt, in der Glogauer Straße in Langwasser und im Mercado in der Äußeren Bayreuther Straße. „Diese Niederlassungen werden bis Juni weiterbestehen“, sagt Nuvoloni. Derweil kümmert sich die Insolvenzverwaltung um einen Investor, der die Zukunft der Märkte sichern kann.
Dass Woolworth in der Königstraße dicht macht, dürfte zumindest ein letztes Mal die Kunden freuen, werden die ohnehin günstigen Produkte zum Ausverkauf noch ein Stück günstiger.
Steffen Windschall
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