Nürnberg unter Bomben-Stress

Schon wieder müssen über 1000 Menschen wegen einer Fliegerbombe aus ihren Häusern. 24 Stunden bangen die Bewohner um die Altstadt und ihre Wohnungen.  
Jasmin Menrad |
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Kein Durchkommen: 300 Meter rund um die Bombe sperren Polizei und Feuerwehr die Nürnberg Altstadt.
dpa Kein Durchkommen: 300 Meter rund um die Bombe sperren Polizei und Feuerwehr die Nürnberg Altstadt.

 Schon wieder müssen über 1000 Menschen wegen einer Fliegerbombe aus ihren Häusern. 24 Stunden bangen die Bewohner um die Altstadt und ihre Wohnungen

 

NÜRNBERG Um 12.49 können die Nürnberger aufatmen. Die Fliegerbombe in der Altstadt ist entschärft. Keine Explosion mit schwarzgerußten Wohnungen, zerborstenen Schaufenstern und umherfliegenden Splittern.

Fast genau einen Tag zuvor, am Mittwoch um 13.52 Uhr, entdecken Mitarbeiter des Sprengkommandos Nordbayern die 250-Kilogramm-Fliegerbombe englischer Bauart auf einer Baustelle an der Bayreuther Straße. Die Fundstelle wird abgesperrt, die Bauarbeiten werden eingestellt. Ein Sprengmeister prüft am Nachmittag, ob die Bombe noch funktionsfähig ist. Ergebnis: eindeutig ja. Demnach muss sie entschärft werden.

Am Donnerstag um 9.30 Uhr beginnen Rettungskräfte mit der Evakuierung. In einem Umkreis von 300 Metern rund um den Fundort müssen 1644 Nürnberger ihre Wohnungen verlassen. Da die Evakuierung bereits am Mittwoch mit Handzetteln angekündigt wird, verläuft sie weitgehend reibungslos. Lediglich 155 Anwohner müssen aus ihren Wohnungen gebracht werden. Dabei öffnen die Einsatzkräfte sechs Wohnungstüren, um wirklich jeden aus dem Gefahrenbereich zu holen.

Auch die U-Bahnen können östlich der Altstadt nicht mehr fahren und Straßen müssen gesperrt werden.

Um kurz nach elf sind nur noch die 325 Einsatzkräfte in der Sperrzone unterwegs. Um 12.20 Uhr beginnt Sprengmeister Michael Weiß mit seiner Arbeit. Hochkonzentriert, mit ruhiger Hand entschärft er das tödliche Kriegsrelikt. Nach 29 Minuten kann er Entwarnung geben.

Der Blindgänger hatte nur einen Aufschlagzünder, kein Vergleich zu dem chemischen Zünder, der vor kurzem Schwabing in Atem gehalten hat, weil der Zünder nicht entfernt werden konnte und die Bombe kontrolliert gesprengt werden musste.

Mit einem Kranwagen der Feuerwehr wird die Nürnberger Bombe aus der Baugrube geborgen. Das Sprengkommando transportiert sie zur ehemaligen Munitionsanstalt Nürnberg in Feucht. Nach 12.53 Uhr fahren U-Bahnen und Busse wieder normal.

Sicher wird es nicht die letzte Bombe sein, die in Nürnberg gefunden wird. Erst vor drei Wochen war im Norden der Stadt eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden.

 

 

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