Nürnberg bibbert!
...und selbst in Island ist’s wärmer als bei uns! Im November soll schon der erste Schnee fallen. Schuld an der Herbst-Kälte ist ein Hochdruckgebiet, das uns wohl bis in den Oktober erhalten bleibt.
NÜRNBERG Kleine Stichprobe: Gestern, am frühen Vormittag um 11 Uhr: In Stockholm hat’s 12Grad, in Islands Hauptstadt Reykjavik ebenfalls und in Athen kuschelige 29. In Nürnberg dagegen zeigt das Thermometer 8 Grad! Bibber-Wetter am Ende des Sommers...
Und die traurige Nachricht: Es wird bleiben, für lange Zeit. Das weiß Diplom Meteorologe Dominik Jung von Q.met. „Schuld an den Temperaturen ist das Hochdruckgebiet Dieter.“ Das leitet kalte Luft aus Russland nach Franken. Und Hochdruckgebiete sind zumeist sehr stabil – soll heißen: Sie halten sich lange. Dieter wird uns bis in den Oktober begleiten.
Allerdings bedeutet Hochdruck meist auch Sonnenschein. Nur: Bei uns ist es grau in grau. Jung: „Schuld an der Tristesse ist der Hochnebel. Der entsteht aufgrund der Temperatur-Unterschiede.“ Wenn aber doch einmal der Wind die Wolken wegpustet, kann es dank der Sonne schnell vier bis fünf Grad wärmer werden, so der Experte.
Mit Mütze und zwei Paar Socken aufs Altstadtfest
Immerhin: Es wird höchstwahrscheinlich trocken bleiben. „Höchstens mal Sprühregen“, schätzt Jung. Doch mit den Wolken und Temperaturen um die 15 Grad muss sich der Franke abfinden. Das Nürnberger Altstadtfest feiert man wohl am besten mit Mütze und zwei Paar Socken.
Doch Jung erklärt: „Das sind für Herbst ganz normale Temperaturen. Wir sind nur etwas verwöhnt. Auch der Sommer war – verglichen mit dem langjährigen Mittel – etwas wärmer. Und das, obwohl es so wechselhaft war.“
Für Hobbygärtner indes bedeutet das derzeitige Wetter: Pflanzenkübel einpacken! Denn nachts ist ab heute Bodenfrost möglich. Und Väterchen Frost dürfte uns ab Ende November derart fest im Griff haben, dass schon da der erste Schnee fallen könnte.
Doch vorerst bleibt den Nürnbergern ein kleiner Lichtblick: der „Goldene Oktober“. Denn den gibt es meist bei genau dieser Wetterlage, also einem stabilen Hochdruckgebiet. Wem der Oktober noch zu weit weg ist, dem empfiehlt die AZ einen Kurztrip den Süden: In Spanien, Griechenland und Italien hat’s immer noch 30 Grad. mm
Wie die Nürnberger mit dem Kälteeinbruch klarkommen, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer AZ am Mittwoch, 17. September
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