Nach Tötung ihrer beiden Söhne: Frau muss in Psychiatrie

Weil sie ihre beiden Söhne getötet hat, muss eine Mutter aus Bayern auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Regensburger Landgericht bestimmte die zeitlich unbeschränkte Einweisung, da es die 38-Jährige nicht wegen zweifachen Totschlags verurteilen konnte. Ein Gutachter hatte die Schuldunfähigkeit der Frau festgestellt.
von  Abendzeitung
Nicht schuldfähig ist die Angeklagte
Nicht schuldfähig ist die Angeklagte © dpa

REGENSBURG - Weil sie ihre beiden Söhne getötet hat, muss eine Mutter aus Bayern auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Regensburger Landgericht bestimmte die zeitlich unbeschränkte Einweisung, da es die 38-Jährige nicht wegen zweifachen Totschlags verurteilen konnte. Ein Gutachter hatte die Schuldunfähigkeit der Frau festgestellt.

Die seit Jahren unter einer Psychose leidende Mutter hatte am ersten Weihnachtsfeiertag 2007 im oberpfälzischen Beratzhausen die zwei und drei Jahre alten Jungen umgebracht. Der Tat war ein Familienstreit vorausgegangen.

Der Vorsitzende Richter Karl Nußstein sagte in seiner Urteilsbegründung, wegen der Krankheit bestehe die Gefahr, dass die Frau gegen andere Menschen gewalttätig werde. Erst nach einer Heilung kann die 38-Jährige nun mit einer Entlassung rechnen. Die Zwangseinweisung muss mindestens einmal pro Jahr von einem Gericht überprüft werden. Seit dem Verbrechen wird die Frau im niederbayerischen Bezirksklinikum Mainkofen behandelt.

Die 38-Jährige hatte Ende 2007 bereits mehrere Wochen lang darüber nachgedacht, sich und die beiden Kleinkinder zu töten. Zunächst hatte sie eine Geisterfahrt mit ihren Söhnen auf der Autobahn geplant, dies dann aber verworfen. Nach einem Streit mit dem Ehemann an Heiligabend kam es dann zu der Gewalttat.

Das eine Kind erdrosselt, das andere erstickt

Als der Mann trotz des Feiertags am nächsten Morgen in sein Büro gefahren war, brachte die Frau die Jungen ins Badezimmer. Den jüngeren Sohn erdrosselte sie mit einem Schal, den älteren erstickte sie mit einem Kissen. Nach der Festnahme versuchte sie, sich im Regensburger Gefängnis umzubringen. Die Wärter konnten aber noch rechtzeitig eingreifen.

Die Frau war wegen ihrer Psychose bereits vor der Tat bei einem Psychiater in Behandlungen. Sie habe ihre täglichen Arbeiten als Mutter und Hausfrau nicht mehr meistern können, sagte der Richter. „Sie fühlte sich stets überfordert.“

Zudem habe es Spannungen mit den Ehemann und den Schwiegereltern gegeben, von denen sich die Frau kontrolliert fühlte. Der Konflikt, den gesunde Menschen gut bewältigen sollten, sei auch Auslöser für die Tötung der Söhne gewesen, erklärte Nußstein. Obwohl die Frau bis zu der Gewalttat nie durch Aggressionen aufgefallen ist, schloss der Kammervorsitzende es nicht aus, dass die Frau noch einmal auf andere Menschen losgehen könnte. (dpa)

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