Mordprozess gegen falschen Rockefeller

Ein Bayer in L.A.: Mordprozess gegen falschen Rockefeller
Der gebürtige Bayer Christian K. Gerhartsreiter ist 2011 angeklagt worden, vor 28 Jahren einen Menschen getötet zu haben. Zuvor hatte er sich als Rockefeller-Nachkomme ausgegeben.
Los Angeles – Auftakt im Mordprozess gegen einen Deutschen in Kalifornien: Mit den Plädoyers von Anklage und Verteidigung sollte am Montagabend (MEZ) in Los Angeles das Verfahren gegen den gebürtigen Bayern Christian Karl Gerhartsreiter (52) eröffnet werden.
Er war 2011 angeklagt worden, vor 28 Jahren den Sohn seiner Vermieterin getötet zu haben.
John Sohus und seine Frau Linda waren 1985 spurlos verschwunden. Die Leiche des Mannes war neun Jahre später bei Bauarbeiten im Garten seines Elternhauses gefunden worden. Von der Frau fehlt noch immer jede Spur.
Gerhartsreiter lebte in den 1980er Jahren unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Er war den Behörden 2008 aufgefallen, weil er sich in Boston als „Clark Rockefeller“ ausgab.
In einem dramatischen Sorgerechtsstreit hatte er seine damals siebenjährige Tochter entführt. Dafür wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Bei der Mordanklage erklärte sich Gerhartsreiter für unschuldig. In dem Prozess könnten bis zu 100 Zeugen aussagen, darunter Polizisten, Kriminologen und frühere Freunde des Angeklagten.
Eine Jury von sieben Frauen und fünf Männern wird über den Fall entscheiden.