Mordanklage: Mann zündet Wohnung von Nachbar an
Mordanklage vor dem Landgericht Traunstein: Aus Rache soll ein 54-Jähriger die Wohnung seines Nachbarn angezündet haben. Dieser erstickte in den Flammen.
Traunstein – Wegen Mordes an seinem Nachbarn muss sich von diesem Dienstag an ein Mann vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Dem 54-Jährigen wird vorgeworfen, im Januar die Wohnung des schlafenden Opfers in Mühldorf am Inn angezündet zu haben. Der Nachbar erstickte. Als Motiv nimmt die Anklagebehörde Rache des Mannes an seinem Zechkumpanen an.
Der wegen früherer Delikte unter Führungsaufsicht stehende mutmaßliche Täter habe sich für einen Angriff seines Nachbarn mit einer Eisenstange wenige Tage zuvor rächen wollen. Die Staatsanwaltschaft sieht niedere Beweggründe und Heimtücke als Tatmerkmale an.
Der Mann hatte laut Anklage in der Nacht zum 11. Januar in der Wohnung seines Nachbarn trotz eines gerichtlich verhängten Alkoholverbotes mehrere Gläser Wodka und Bier getrunken. Als das Opfer eingeschlafen war, entflammte der 54-Jährige demnach einen Kohlenanzünder, den er in einen Küchenschrank warf. Den Nachbarn ließ er alleine zurück. Es kam zu einem Zimmerbrand. Das Opfer erstickte in dem Rauch.
Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage vorgesehen. Es werden mehrere Zeugen und Sachverständige gehört. Das Urteil soll Anfang November verkündet werden.