Massive Diebstahlserie erschüttert Edeka-Filiale in Bayern: "Die waren gleich weg"

Der Würzburger Edeka-Marktleiter Stefan Popp kämpft mit massiven Diebstählen in seiner Filiale. Objekt der Begierde sind jedoch nicht seine Waren.
von  Natascha Probst
Eine Edeka-Filiale in Würzburg wird von einer Diebstahl-Welle überrollt.
Eine Edeka-Filiale in Würzburg wird von einer Diebstahl-Welle überrollt. © IMAGO / onemorepicture

Würzburg - Stefan Popp hat seine Warenkörbe immer hunderterweise bestellt. Insgesamt waren es in den vergangenen zehn Jahre, seit er die Edeka-Filiale in Würzburg führt, 1000 Körbe sagt der Marktleiter der AZ. Im Laden hat er nun nur noch 20 Stück – denn die Körbe scheinen ein begehrtes Objekt bei einigen seiner Kunden zu sein. Sie werden gestohlen und einfach mit nach Hause genommen – doch nun soll Schluss sein damit.

Denn Popp kauft keine neuen Körbe mehr nach. Mit den 20 verbliebenen Körben müssen die Kunden nun auskommen, sagt er. Das hat er ihnen auch schon schriftlich mitgeteilt: "Dies sind die letzten Einkaufskörbe", heißt es auf einem Schild übe den Körben. "Nach 1000 Stück werden wir nun keine weiteren mehr bestellen."

1000 Körbe hatte Stefan Popp in seinem Geschäft. Nun sind es noch 20.
1000 Körbe hatte Stefan Popp in seinem Geschäft. Nun sind es noch 20. © Stefan Popp

Warenkörbe aus Edeka-Filiale gestohlen: Der Marktleiter hätte sie auch verkauft, aber keiner wollte sie

Popp hat schon mehrmals nach Lösungen für sein Korb-Problem gesucht. Er wollte die offensichtlich heiß begehrten Transportmittel sogar schon zum Verkauf anbieten. Zum Preis von je sechs Euro – genau so viel wie auch er für einen Korb zahlt. Einfach nur, damit er durch den Diebstahl keinen Verlust mache. Das Konzept stand schon: "Wir hätten auf die Körbe einfach einen Aufkleber drauf geklebt, damit man sieht, dass sie gekauft wurden", sagt er. Verkauft hat er keinen einzigen.

Eine andere Lösung für das Problem wäre eine Diebstahlsicherung an allen Körben gewesen. Das komme aber bei ihm in der Filiale nicht infrage, da es im Geschäft überhaupt kein Sicherungssystem gibt, sagt Popp. Also auch nicht für Spirituosen oder andere teure Waren. Er müsste sich also erst ein ganzes Sicherungssystem auch für seine Türen zulegen.

Ob er eine Vorstellung davon habe, was die Kunden daheim mit den Körben machen? "Nein, gar nicht", sagt Popp. Vielleicht Altpapier sammeln. Oder Recyceln. In ihrer ursprünglich angedachten Funktion, nämlich als Einkaufskorb, würden sie sie jedenfalls nicht verwenden, denn zum Einkaufen käme niemand mit seinen Warenkörben vorbei.

Die Objekte der Begierde: die Warenkörbe in Stefan Popps Edeka.
Die Objekte der Begierde: die Warenkörbe in Stefan Popps Edeka. © Stefan Popp

Die 30 Trolleys im Würzburger Edeka waren sofort weg

Nachdem er mehrmals 100 Körbe gekauft hatte, die immer wieder verschwanden, dachten er eigentlich, dass langsam jeder Würzburger einen Einkaufskorb haben sollte, sagt Popp. Vor allem auch, weil es in anderen Filialen nicht besser aussehe: Seine Kollegen hätten genauso mit dem Diebstahl von Warenkörben zu kämpfen wie er, sagt Popp.

Neben den Körben hatte er in der Anfangszeit auch mal um die 30 Trolleys zum Ziehen im Geschäft, sagt Popp. Je 30 bis 40 Euro hatte er dafür bezahlt. "Die waren aber gleich weg." Bald kann es also sein, dass man bei Stefan Popp in der Edeka-Filiale keinen Korb mehr bekommt. Dann, wenn auch noch die letzten 20 Stück weg sind. Ob er auch wirklich keine neuen nachkaufen wolle? "Dann ist es halt so", sagt Popp. Gestohlen werden kann dann zumindest auch keiner mehr.

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