Lebenslang für Horror-Mutter!

Angelika H. (25) erwürgte ihren acht Monate alten Sohn Gero, weil durch die Schwangerschaft ihr vorher „makelloser“ Körper scheinbar zerstört wurde
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Zynisch vor dem Urteilsspruch: Angelika H. versteckt sich – und macht das Siegeszeichen.
dapd Zynisch vor dem Urteilsspruch: Angelika H. versteckt sich – und macht das Siegeszeichen.

Angelika H. (25) erwürgte ihren acht Monate alten Sohn Gero, weil durch die Schwangerschaft ihr vorher „makelloser“ Körper scheinbar zerstört wurde

WEIDEN Lebenslang! Mit der Höchststrafe muss Angelika H. (25) dafür büßen, dass sie ihren acht Monate alten Sohn Gero brutal erstickte. Als Motiv sah das Landgericht Weiden den puren Hass der jungen Frau auf das Baby, das ihren Körper in der Schwangerschaft zerstört habe.

„Diese Einstellung steht sittlich auf niedrigster Stufe“, so der Vorsitzende Richter Bernhard Ring. Er schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft na.

Gleichwohl sprach er von einer „nicht einfachen Entscheidung“ angesichts des hohen Strafmaßes. Aber der Prozess hat keine andere Bewertung als Mord ergeben.

Es geschah am 21. Mai 2010. Seit acht Monaten war Angelika H. bereits Mutter, vom Vater des Kindes lebte sie getrennt. Schon in der Schwangerschaft hatte sie das in ihrem Bauch heranwachsende Leben abgelehnt, zu einer Abtreibung aber entschloss sie sich nicht. Als ihr Körper, den sie im Prozess als vorher „makellos“ beschrieb, in den neun Monaten auseinander ging, wuchs die Aversion gegen das Ungeborene.

Borderline-Syndrom und schwere Depressionen

Obwohl Gero als pflegeleichtes Baby galt, konnte sie nie eine Beziehung zu dem Kind aufstellen. Sie versorgte es – mehr aber auch nicht.

Am Nachmittag jenes 25. Mais könnte Gero tatsächlich geschrieen haben, wie es die Verteidigung der Mutter anführte. „Das könnte aber allenfalls Anlass, nicht aber das Motiv gewesen sein“, schmetterte der Richter ab. Angelika H. war mit dem Säugling im Badezimmer, knebelte den kleinen zunächst mit einem Pullover und erstickte es später durch Würgen am Hals.

Kaltblütig kaufte sie sich nach der Tat Zigaretten und Bier, dann sah sie fern. Die Leiche ihres Kindes ließ sie einfach auf der Waschmaschine liegen. Drei Tage lang. Erst dann informierte sie den Vater des Kindes.

In der Vernehmung durch die Polizei gab sie zu, schon seit längerem den Plan gehabt zu haben, ihr Baby zu töten – weil es ihren Körper zerstört habe. In einem Testament legte sie fest, mit „dem“ nicht beerdigt werden zu wollen.

Psychiater bescheinigten der Frau ein Borderline-Syndrom und schwere Depressionen. Ein Gutachter hielt sie für voll schuldfähig, er schloss eine Persönlichkeitsstörung aus. Eine Verurteilung wegen besonderer Grausamkeit aufgrund des fast dreißigminütigen Todeskampfes des kleinen Gero entfiel dagegen.

Die Verteidigung kündigte noch im Gerichtssaal an, in Revision zu gehen. Das Gericht hätte, so Verteidiger Tobias Konze, insbesondere „die facettenreiche Persönlichkeit der Angeklagten zu wenig berücksichtigt“. dpa/azn

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