Kaputte Schleuse blockiert Schiffe im Main-Donau-Kanal
Riedenburg (dpa/lby) - Auf dem Main-Donau-Kanal stecken nach dem Unfall an der Schleuse Riedenburg in Niederbayern inzwischen mehr als 100 Schiffe fest. Zwischen Nürnberg und Hilpoltstein seien in Mittelfranken fast alle Anlegeplätze belegt, berichteten mehrere Kapitäne vor Ort. Teils hätten Schiffe sogar in der zweiten Reihe angelegt.
Vor knapp zwei Wochen hatte ein Passagierschiff bei der Einfahrt das Schleusentor stark beschädigt. Insgesamt sind derzeit 108 Schiffe von der Sperrung der Schleuse betroffen, wie ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts in Nürnberg am Montag sagte. Darunter seien auch etwa 30 Kreuzfahrtschiffe. Am Mittwochabend sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein und die Wasserstraße für den Verkehr freigegeben werden, erklärte der Sprecher.
Für die Schifffahrt bedeutet die Sperrung herbe Verluste. Betroffene Reedereien mussten ihre Passagiere mit Bussen nach Nürnberg oder Regensburg bringen. Manche Unternehmen entschieden sich dazu, die Reise dort abzubrechen. Wer eine Kreuzfahrt buche, wolle nicht mit dem Bus bis ans Ziel fahren, erklärte der Sprecher eines Anbieters. Anstehende Fahrten mussten teils abgesagt werden. Hierdurch sei ein immenser finanzieller Schaden entstanden. Ursprünglich sollte die Schleuse am vergangenen Freitag wieder in Betrieb genommen werden.
Bei dem Unfall war das Schleusentor so stark beschädigt worden, dass es sich nicht mehr schließen ließ. Die Wasserschutzpolizei Beilngries vermutet, dass der Unfall aus Unachtsamkeit geschehen sei, die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Dem Fahrer drohe ein Bußgeld.
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