Herzinfarkt droht
FÜRTH - "Das war nicht komisch." Fürths Abwehrchef Marino Biliskov ist von „unnötigen“ Gegentoren genervt. Manager Azzouzi: „Besser ein 4:2 als ein langweiliges 0:0.“ Nach Sieg gegen Osnabrück jetzt feiern auf der Kirchweih.
Kärwa-Zeit in Fürth, Feierzeit im Ronhof. Wenn es für die Kleeblatt-Profis am Donnerstag geschlossen auf die Michaelis-Kirchweih geht, haben sich die Jungs von Trainer Benno Möhlmann garantiert ein bis zwei Jubel-Seidla redlich verdient. Immerhin können die Fürther die zweiwöchige Länderspiel-Pause nach dem teilweise überragend herausgespielten 4:2-Heimsieg gegen den VfL Osnabrück jetzt relativ entspannt angehen. Derzeit steht man auf Tabellenplatz fünf, hat mit Sami Allagui den besten Torjäger der Zweiten Liga (acht Einschüsse) in seinen Reihen und ist auch nur noch drei Punkte von den beiden direkt zum Aufstieg berechtigenden Rängen entfernt.
Also alles wunderbar beim Kleeblatt? Jein! Denn trotz der starken Offensiv-Leistung hätte es mit etwas Pech auch ein trüber Kärwa-Abend bei Apfelschorle und wenig Feierstimmung werden können. Dann nämlich, wenn Bennos Buben sich gegen Osnabrück nach ihrer 15-minütigen Blackout-Phase, in der jegliche Ordnung verloren ging und in der auch beide Gegentore fielen, nicht wieder gefangen hätten. Zwar betonte Fürths Manager Azzouzi hinterher: „Mir ist ein 4:2 lieber als ein langweiliges 0:0.“ Aber auch Benno Möhlmann musste zugeben: „Wir haben da ganz komisch gespielt, erst danach das Spiel wieder so aufgenommen, wie ich mir das vorstelle."
"Den Gegner schneller unter Druck setzen"
Zu spät, wenn es nach Marino Biliskov geht. Der fand den kollektiven Tiefschlaf seiner Kollegen nämlich gar nicht „komisch“. Im Gegenteil: „Wenn das so weitergeht, bekomme ich noch einen Herzinfarkt“, grantelte er. Auch, dass das erste Gegentor aus einer Abseitsposition des VfL resultiert hatte, wollte der Abwehrchef nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Abseits spielt in so einer Situation keine Rolle. Solche Dinger sind vollkommen unnötig.“
Vielmehr nahm er seine Vorderleute in die Pflicht: „Im zentralen Mittelfeld fängt es an. Wir müssen dort die Gegner schneller unter Druck setzen." Vor der Abwehr zieht Thorsten Burkhardt eigentlich die Fäden („Hauptsache, gewonnen!“), der allerdings eine ganz andere Erklärung für den zwischenzeitlichen Energiespar-Modus lieferte. „Wir haben nach der Pause vielleicht zu viel in den Köpfen gehabt.“ Was da genau in welchen Köpfen auch immer vorging, wüsste wohl Möhlmann nur zu gern. „Ich kann da noch nicht reinschauen", witzelte der Coach, der sich mit dem bedingungslosen Hurra-Stil seiner Truppe abgefunden zu haben scheint. „Unsere Ausrichtung ist nach vorne. Wir sind eben nicht die Münchner Bayern, die sich den Ball so sicher zuschieben können." Na ja, Jürgen Klinsmann wird das mit der Sicherheit wahrscheinlicher ein wenig anders sehen. K.K.
- Themen:
- Benno Möhlmann
- Jürgen Klinsmann