Gewässerverunreinigung: Schotterwerk-Betreiber verurteilt
Würzburg (dpa/lby) - Der Geschäftsführer eines Schotterwerks in Unterfranken hat Fahrzeuge illegal an einem See gewaschen und das Wasser so mit Öl verunreinigt. Dafür ist der 61-Jährige am Mittwoch in Würzburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 2500 Euro an eine Naturschutzorganisation zahlen und 35 000 Euro erstatten, da er Kosten für die legale Fahrzeugreinigung gespart hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Ursprünglich war der Inhaber des Schotterwerks in Aub (Landkreis Würzburg) auch wegen anderer Delikte angeklagt. Er soll Unternehmen gestattet haben, gegen Bezahlung unerlaubte und möglicherweise umweltschädliche Abfälle im Steinbruch abzulagern. Die Staatsanwaltschaft ging von mehr als 15 000 Tonnen belastetem Material aus. Den Vorwurf nachzuweisen wäre laut Staatsanwaltschaft sehr langwierig und ungewiss gewesen. Daher verständigten sich alle Beteiligten darauf, den Klagepunkt fallen zu lassen. Im Gegenzug gab der Angeklagte die Fahrzeugwaschung zu.
Strittig blieb bis zum Schluss das Ausmaß. Die Staatsanwaltschaft ging von 1400 Fällen aus, die Verteidigung von 150. Das Strafmaß des Gerichts liegt in der Mitte. Angezeigt hatte den Geschäftsführer des Schotterwerks sein Bruder, der im Werk angestellt gewesen war.
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