Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Siemens

Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Siemens für seine Entscheidung, an der Lieferung von Zugsignaltechnik für ein Kohlebergwerk in Australien festzuhalten. Vor allem widersprach die GfbV am Montag der Darstellung von Siemens-Chef Joe Kaeser, dass die indigenen Völker Wangan und Jagalingou, deren Land vom Projekt betroffen ist, zugestimmt hätten.
dpa |
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Göttingen - Die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Siemens für seine Entscheidung, an der Lieferung von Zugsignaltechnik für ein Kohlebergwerk in Australien festzuhalten. Vor allem widersprach die GfbV am Montag der Darstellung von Siemens-Chef Joe Kaeser, dass die indigenen Völker Wangan und Jagalingou, deren Land vom Projekt betroffen ist, zugestimmt hätten. "Da scheint Herr Kaeser schlecht informiert worden zu sein", sagte Yvonne Bangert, GfbV-Referentin für indigene Völker.

"Die Wangan und Jagalingou haben sich bis zur finanziellen Erschöpfung juristisch gegen diese Kohlemine gewehrt", betonte Bangert. "Eine Zustimmung, die der UN-Deklaration über die Rechte indigener Völker genügt, liegt unseres Wissens nicht vor." Die Deklaration fordere von ihren Unterzeichnerstaaten, zu denen auch Australien gehöre, freie, vorherige und informierte Zustimmung zu allen Projekten, die indigene Interessen betreffen.

"Im Internet und in öffentlichen Statements hat der Wangan- und Jagalingou-Familienrat immer und ausschließlich vollständige Ablehnung kommuniziert", sagte Bangert.

Kaeser hatte in seiner Stellungnahme am Sonntagabend geschrieben, dass die Wangan und Jagalingou dem Projekt zustimmten, was Siemens "sehr wichtig" sei.

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