Ditib: Angstgefühl nach Waldkraiburger Anschlägen bleibt

Waldkraiburg/Karlsruhe (dpa/lby) - Nach Bekanntwerden der Anschlagspläne auf Moscheen des mutmaßlichen Täters von Waldkraiburg setzen Türken und Muslime auf rasche Ermittlungen der Behörden. "Es müssen schnell die Hintermänner gefasst werden", sagte der Geschäftsführer des türkisch-islamischen Ditib-Landesverbands Südbayern, Aykan Inan, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in München.
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Das Ortschild von Waldkraiburg ist am Ortseingang zu sehen.
Angelika Warmuth/dpa/Archivbild Das Ortschild von Waldkraiburg ist am Ortseingang zu sehen.

Waldkraiburg/Karlsruhe (dpa/lby) - Nach Bekanntwerden der Anschlagspläne auf Moscheen des mutmaßlichen Täters von Waldkraiburg setzen Türken und Muslime auf rasche Ermittlungen der Behörden. "Es müssen schnell die Hintermänner gefasst werden", sagte der Geschäftsführer des türkisch-islamischen Ditib-Landesverbands Südbayern, Aykan Inan, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in München. "Von irgendwem muss er ja die Waffen gekriegt haben."

Ein 25-Jähriger, der sich als IS-Anhänger bezeichnet, sitzt als Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Er soll in den vergangenen Wochen in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) Scheiben dreier türkischer Läden eingeschlagen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt worden. Sechs Menschen wurden verletzt. Laut Bundesanwaltschaft, die die Ermittlungen inzwischen übernommen hat, hat er gestanden, blutige Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen geplant zu haben. Er soll aus Hass auf türkischstämmige Menschen und den türkischen Staat gehandelt haben.

Inan sagte, schon nach den ersten Anschlägen habe die oberbayerische Polizei mit der Ditib-Gemeinde in Waldkraiburg als einzigem größeren türkisch-islamischen Verein in der Stadt ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Türen seien verschlossen gewesen, wenn niemand in der Moschee war. Die Überwachungstechnik wie Kameras samt Aufzeichnungen seien gecheckt worden. Die Polizei sei häufiger Streife gefahren.

"Wir haben erwartet, dass er auch Moscheen ins Visier nimmt", sagte Inan. Deshalb hätten auch andere muslimische Gotteshäuser in der Region Kontakt mit der Polizei gehabt. Es habe zwar seit Jahren eine latente Sorge gegeben, so Inan. Aber es sei doch überraschend, dass sich jemand auch in dieser ländlicheren Gegend, in der nicht so viele Muslime und Türken leben wie etwa in München, derart radikalisiert. "Man hat da eher in Frieden gelebt. Nun sind wir verängstigt."

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