"Die Nachfrage ist einfach da": Ansturm auf Skipässe in den Bayerischen Alpen

Insgesamt entwickele sich der Tourismus in Bayern gut, sagt die neue Ministerin Kaniber. Die Übernachtungszahlen liegen fast auf Vor-Corona-Niveau.
von  Ralf Müller
Ausblick auf die Region Oberstdorf am Skigebiet Söllereck in den Allgäuer Alpen.
Ausblick auf die Region Oberstdorf am Skigebiet Söllereck in den Allgäuer Alpen. © imago

München - Steigende Preise und ungewisse Wetteraussichten halten die Wintersport-Fans nicht ab. Auf dem "Bayerischen Tourismustag" berichteten die Geschäftsführer der Tourismusverbände Allgäu/Bayerisch Schwaben sowie Oberbayern, Bernhard Joachim und Oswald Pehel, am Montag in München von einem regelrechten Ansturm auf Skipässe in den bayerischen Alpen.

Die Nachfrage liege um mehr als zwölf Prozent über der schon guten Vorjahressaison, sagte Bernhard Joachim: "Die Nachfrage ist einfach da." Pehel bezifferte die Preissteigerungen auf etwa zehn Prozent. Die neue bayerische Tourismusministerin Michaela Kaniber (CSU) zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf des Tourismusjahres in Bayern sehr zufrieden.

Bis auf eine kleine Differenz von minus 0,16 Prozent habe man bei den Übernachtungszahlen wieder das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 erreicht. Die sehr kritische weltpolitische Lage habe zu einer besonders großen Sehnsucht der Menschen nach einem "Entspannungs-, Wellness- und Gesundheitstourismus" geführt.

Bayern verfügt jetzt über "offizielles Tourismusministerium"

Bis vor Kurzem war das Wirtschaftsministerium für die Tourismuspolitik in Bayern zuständig. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wanderte der Bereich zu Landwirtschaftsministerin Kaniber. Die Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH, Barbara Radomski, begrüßte die Veränderung. Bayern verfüge jetzt über ein "offizielles Tourismusministerium, das diesen Namen stolz trägt". Kanibers Haus heißt jetzt "Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus". Als "Wirtskind" freue sie sich sehr über den zusätzlichen Kompetenzbereich, sagte die CSU-Politikerin.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres entwickelte sich der Tourismus in den bayerischen Städten besser als auf dem Land. Der ländliche Bereich, so der Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayern, Michael Braun, "hinkt hinterher". Und: Die Heilbäder hätten besonders mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein großer Nachholbedarf bestehe bei der Digitalisierung.

Mit flexibleren Arbeitszeiten gegen den Fachkräftemangel

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in Gastronomie und Hotellerie sei eine einfachere und schnellere Visaerteilung für ausländische Arbeitskräfte wünschenswert, sagte Ministerin Kaniber. Außerdem müssten die Arbeitszeitregeln flexibilisiert werden. Vor allem aber sei es wichtig, mit dem "Jammern" aufzuhören.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) forderte anlässlich des Tourismustages, den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Speisen dauerhaft beizubehalten. "Die als Corona-Unterstützungsmaßnahme bis Ende 2023 befristete Senkung des Umsatzsteuersatzes für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen muss bleiben, um massive Betriebsschließungen zu verhindern - auch im Sinne fairer Wettbewerbsbedingungen gegenüber den Nachbarstaaten", forderte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

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