Das Aus für Nürnbergs Raucher-Clubs – bis auf einen...

20 Shisha-Cafés müssen schließen – nur die Zigarren-Lounge am Hauptmarkt nicht. Die anderen Wirte sind empört!
von  Abendzeitung
Christiane Klever (li.) darf vorerst weiter qualmen, die Kundin des Shisha-Cafés nicht.
Christiane Klever (li.) darf vorerst weiter qualmen, die Kundin des Shisha-Cafés nicht. © bayernpress, dpa

20 Shisha-Cafés müssen schließen – nur die Zigarren-Lounge am Hauptmarkt nicht. Die anderen Wirte sind empört!

NÜRNBERG Und wieder sind knapp 20 Existenzen ruiniert: Nach der Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs vom Dienstag darf auch in Shisha-Cafés nicht mehr geraucht werden.

Während den Betreibern der Wasserpfeifen-Bars – wie allen anderen bayerischen Wirten – ab sofort bei Verstößen deftige Bußgelder von bis zu 1000 Euro drohen, darf allerdings in einem Nürnberger Raucher-Etablissement munter weitergequalmt werden: Bei der Zigarren-Lounge „Casa Del Habano“ – bevorzugter Ort der Entspannung der Schönen und Reichen – wird das Ordnungsamt weiter beide Augen zudrücken, erklärte Amts-Boss Robert Pollack auf AZ-Nachfrage. Der Grund: Christine Klever, Betreiberin des Clubs, hat selbst noch ein Verfahren beim Verfassungsgerichtshof anhängig. „Bis die Entscheidung fällt, unternehmen wir nichts“, räumt Pollack unverblümt ein.

Wirte-Wut über die Ungerechtigkeit

Für die Betreiber der Nürnberger Shisha-Cafés ein echter Skandal: Denn nur vier von ihnen beschritten den Rechtsweg. Die Suppe auslöffeln – sprich ihre Läden dichtmachen – dürfen alle. „Es kann sich nicht jeder leisten, einen Anwalt zu nehmen“, gibt Turhan Servet von der Shisha-Lounge „Lobby“ in der Südstadt zu bedenken. Er will sein Café ein paar Wochen schließen – und ärgert sich schwarz: „Ich bin genauso wie Frau Klever ein Bürger, der seine Steuern zahlt.“

Auch sein Kollege Nakhla Mounir vom Café Horus hält die Politik des Nürnberger Ordnungsamts für „total ungerecht – entweder trifft der Bescheid alle – oder keinen.“ Seinen Laden dichtmachen will er noch nicht, da er einen Teil seiner Umsätze mit Einzel- und Großhandels-Verkauf von Tabak erzielt. „Aber auch da wird die Nachfrage zurückgehen, wenn es keine Cafés mehr gibt. Ich weiß nicht, ob ich 2011 wirtschaftlich überlebe.“

Steffen Windschall

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