"Bundesland Franken": Neuer Vorstoß

Nach den Empfehlungen des Zukunftsrats der Bayerischen Staatsregierung können sich selbsternannten Interessenvertreter fränkischer Belange sogar einen Zusammenschluss mit Hessen und Thüringen vorstellen
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Seit 20 Jahren im Einsatz für ein eigenes Bundesland: der Fränkische Bund. (Symbolfoto)
dpa Seit 20 Jahren im Einsatz für ein eigenes Bundesland: der Fränkische Bund. (Symbolfoto)

 

NÜRNBERG Der Fränkische Bund hat anlässlich seines 20-jährigen Bestehens erneut die Bildung eines eigenen Bundeslandes Franken in die Diskussion gebracht.

„In der Hoffnung auf Besserung hat das Projekt "Bundesland Franken" 15 Jahre lang geruht. Nach dem sich an der Benachteiligung Frankens nichts geändert hat, überlegen wir, das Projekt jetzt wiederaufleben zu lassen“, erklärte das Vorstandsmitglied des Fränkischen Bundes, Joachim Kalb, am Freitag in Nürnberg. Den letzten Anstoß dafür hätten die Empfehlungen des Zukunftsrats der Staatsregierung gegeben, die einseitig auf die Förderung der Ballungsräume setzten, sagte Kalb. Der in den 90er Jahren mit einem entsprechenden Vorstoß gescheiterte Fränkische Bund setzt dabei auf EU-Pläne für ein Europa der Regionen. Die Schaffung sogenannter EU-Regionen biete die Chance für eine Neugliederung der Bundesländer. Dabei sollte nach Kalbs Einschätzung neben einem eigenen Bundesland Franken alternativ über einen Zusammenschluss der Bundesländer Franken und Thüringen oder sogar ein neues Bundesland Hessen-Franken-Thüringen nachgedacht werden. Zwischen diesen drei Bundesländern gebe es schon jetzt viele Gemeinsamkeiten, sagte Kalb.

Lob von SPD und Grünen

Eine weitere Alternative sei, die Europäische Metropolregion Nürnberg in eine „Metropolregion Franken“ umzuwandeln. In einem solchen Fall müsste sie aber deutlich mehr politische Kompetenzen erhalten. Die zum dritten Mal verliehenen Frankenmedaille ging in diesem Jahr an Herbert Bauer. Der frühere Manager eines Schreibwarenherstellers in der Region Nürnberg hat im vergangenen Jahr die Regionalinitiative „Echt-Franken“ gegründet. Zur Zeit wird unter dieser Regionalmarke Frischmilch vermarktet; die mit der rot-weißen Franken-Flagge gekennzeichneten Milchtüten sind künftig in den Regalen der fränkischen Rewe-Filialen erhältlich. Demnächst soll unter dem Siegel „Echt-Franken“ auch fränkische Butter, Sahne und Kloßteig in die Supermarktregale kommen.

Nach Kalbs Worten ist es dem Fränkischen Bund während der vergangenen 20 Jahre gelungen, das fränkische Bewusstsein zu stärken. „In Oberfranken finden Sie keine bayerische Fahne mehr. In den Schrebergärten weht jetzt überall der rot-weiße Franken-Rechen“, stellte Kalb fest. Der frühere bayerische SPD-Chef und erste Träger der Frankenmedaille, Wolfgang Hoderlein, sieht im Fränkischen Bund eine in dieser Form beispiellose Interessensvertretung der fränkischen Sache. „Ich hoffe, das daraus eine Bürgerbewegung wird“, sagte er. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Stahl sagte, dem Fränkischen Bund gehe es nicht um Regionaltümelei, er wolle vielmehr den Menschen in Zeiten der Globalisierung eine Heimat geben.

 

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