Bizarrer Streit um BH-Größe

War es sexuelle Nötigung? Prozess gegen Würzburgs Ex-GMD Jin Wang (50) immer grotesker
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Würzburgs ehemaliger Generalmusikdirektor Jin Wang.
dpa Würzburgs ehemaliger Generalmusikdirektor Jin Wang.

War es sexuelle Nötigung? Prozess gegen Würzburgs Ex-GMD Jin Wang (50) immer grotesker

WÜRZBURG Der Ton im Verfahren gegen den Würzburger Ex-Generalmusikdirektor Jin Wang wegen sexueller Nötigung einer Studentin wird schärfer. Der Staatsanwalt bezeichnete am Dienstag am 6. Prozesstag die Arbeit des von der Verteidigung vorgeschlagenen psychiatrischen Gutachters als „Kaffeesatzleserei“.

Wangs Anwalt bezichtigte die 25-Jährige abermals der Lüge und forderte sie auf, ihre BH-Größe zu nennen. Er will mit Hilfe einer Miedernäherin beweisen, dass Jin Wang der Frau nicht – wie in der Anklage behauptet – den Büstenhalter gewaltsam hochgezogen haben kann. „Ich habe nie was Böses gemacht“, sagte er am Dienstag. Der Verhandlung folgte der 50-Jährige teils unkonzentriert, studierte sogar Notenblätter.

Der Staatsanwalt wirft dem verheirateten Familienvater vor, der Studentin in einem Treppenhaus gewaltsam T-Shirt, BH und Rock hochgeschoben und sie unsittlich berührt haben.

Täter-Opfer-Ausgleich lehnte der Dirigent ab

Der Kammervorsitzende Claus Barthel machte auch diesmal den Vorschlag, das Verfahren gegen eine Entschuldigung und die Zahlung von 5.000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich zu beenden. Dies wies der Dirigent zurück.

Am Dienstag sagte auch der von der Verteidigung vorgeschlagene Psychiater aus. Ohne je mit der Frau gesprochen zu haben, bescheinigte er ihr eine neurotische Verhaltensstörung. Sie verzerre teilweise die Wahrheit, allerdings unbewusst, sagte der 78 Jahre alte Sachverständige. Die Frau sei „nicht ganz glaubhaft“.

Dem Oberstaatsanwalt platzte der Kragen, weil sich der Psychiater bei seiner Ausführung unter anderem auf Fachliteratur aus den Jahren 1905 und 1922 stützte. Am 3. Januar 2011 sollen nach der Aussage der Miedernäherin die Plädoyers gehalten werden.

Angelika Röpcke

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