Bayerns SPD-Chefin wünscht sich eine SPD-Doppelspitze

München (dpa/lby) - Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen kann sich bei der Suche nach der neuen SPD-Spitze sehr gut eine Lösung wie bei den Grünen vorstellen. "Ich habe große Sympathien für eine Doppelspitze, also einen Mann und eine Frau, die aus verschiedenen Regionen kommen", sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in München.
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Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern, spricht beim Landesparteitag. Foto: Daniel Karmann/Archivbild
dpa Natascha Kohnen, Landesvorsitzende der SPD in Bayern, spricht beim Landesparteitag. Foto: Daniel Karmann/Archivbild

München (dpa/lby) - Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen kann sich bei der Suche nach der neuen SPD-Spitze sehr gut eine Lösung wie bei den Grünen vorstellen. "Ich habe große Sympathien für eine Doppelspitze, also einen Mann und eine Frau, die aus verschiedenen Regionen kommen", sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in München. Auch eine Abstimmung über die Kandidaten unter allen Parteimitgliedern könne sie sich gut vorstellen: "Mit der Urwahl haben wir in Bayern gute Erfahrungen gemacht - aber ich will noch weitere Vorschläge von den SPD-Mitgliedern hören."

Das Präsidium werde bis zum 24. Juni die Vorschläge sichten und dann über Verfahren beraten, wie und in welcher Form der Parteivorsitz besetzt werden soll. "Wir wollen das als Team so organisieren, dass es der Sprung in die Moderne wird", so Kohnen. Den aktuellen Mangel an Interessenten an dem Chefposten sieht sie gelassen: "Sobald der Parteivorstand ein Verfahren beschlossen hat, bin ich zuversichtlich, dass sich geeignete Bewerberinnen und Bewerber melden."

Schon unmittelbar nach der SPD-Pleite bei der Europawahl - und damit noch vor dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles, hatte sich die Bayern-SPD für eine Neuwahl des gesamten Parteivorstandes ausgesprochen. Der für Dezember geplante Bundesparteitag solle dazu auf September vorgezogen werden, dort solle dann auch über den Fortbestand der großen Koalition im Bund abgestimmt werden.

"Das Ergebnis der Europawahl offenbart, dass die große Koalition keine Mehrheit mehr hat", sagte Kohnen. Damit die GroKo überhaupt noch eine Chance habe, müssten zudem bis zur Sommerpause zentrale Gesetzesvorhaben wie die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung und ein Klimaschutzgesetz umgesetzt werden.

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